Praktikum in England – Meine Erfahrungen 1

Praktikum in England

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Meiner letzten Umfrage zu Folge, wollten die Meisten von euch etwas über mein Praktikum in England lesen – und dem komme ich natürlich liebend gerne nach! Ehrlich gesagt ist es nicht ganz so einfach, herauszufinden, wo man starten soll, denn es gibt wirklich viel, was ich euch erzählen könnte. Ich denke, in Part 1 werde ich deswegen auf die Unterschiede zwischen Deutschland und England eingehen, also zumindest auf das, was mir aufgefallen ist. Ohne länger drum herum zu reden starte ich mal, ich hoffe, ihr fühlt euch gut unterhalten!


 

Landschaft / Architektur / Wetter

Als ich in England angekommen bin, musste ich erst einmal 1,5 Stunden mit dem Bus nach London Victoria fahren und hatte so die Möglichkeit, schon einiges von der Landschaft zu sehen. Teilweise unterscheidet sich England da gar nicht so sehr von Deutschland, genauer gesagt Bayern. Auch hier hat man, wenn man nicht gerade in London Zentrum ist, wirklich viel Natur, wobei ich behaupten würde, dass es in Deutschland mehr Wälder gibt, und auch mehr Berge. Der erste richtige Unterschied ist mir auf der Autobahn aufgefallen (und nein, nicht dass man hier links fährt, das war mir dann doch bekannt), denn die Straßen sind viel dreckiger und noch lange nicht so gut, wie in Deutschland. Allgemein würde ich sagen, dass man merkt, dass Deutschland wirtschaftlich besser da steht. Auch die Architektur macht einen gewaltigen Unterschied, wie ich finde. Ich glaube ja, dass die Architekten hier noch nie etwas von vernünftiger Isolierung gehört haben. Grundsätzlich finde ich hier ‚Von Außen hui, von Innen pfui‚ auch wirklich passend, wobei man das nicht verallgemeinern kann. Überall sieht man hier kleine süße Häuser aus braunem Backstein (ist das Backstein?) mit süßen Vorgärtchen, und das gefällt mir schon sehr sehr gut, besser als viele der langweiligen Häuser in Deutschland. Einige Häuser in denen ich hier war sind dafür innen recht dreckig und wahnsinnig hellhörig. Und wie gesagt, nicht so gut isoliert. Das Wetter – puh – das Wetter zu beurteilen finde ich sehr schwer. 5 Minuten lang brennt die Sonne herunter, plötzlich kann regnet es wie verrückt. Wer in England passend gekleidet sein will, der muss glaube ich dauernd Lagen-Look tragen. Und nein, in England regnet es nicht andauernd. Wenn es in Deutschland regnet, dann den ganzen Tag, wenn es in England regnet, dann meistens nur so 15 Minuten und dann war es das auch schon. Besonders erwähnenswert finde ich übrigens auch die Kreisverkehre, denn die findet man hier an jeder Ecke – und das nicht nur die einspurigen wie in Deutschland, sondern 2, 3, 4-spurig. Es kann auch durchaus mal passieren, dass man einen Kreisverkehr durchfahren muss, um in einen anderen zu gelangen. Was das angeht bin ich so richtig froh, hier nicht Auto fahren zu müssen, denn das ist am Anfang schon ziemlich verwirrend!

Was ich vorher nicht wusste: In den meisten Häusern befinden sich – wie ich das mitbekommen habe – keine Steckdosen in den Badezimmern, auch Lichtschalter gibt es dort nicht, sondern Schnüre, an denen man ziehen muss. Auch das Wasser muss man mit zwei seperaten Hähnen für heiß und kalt einstellen, sehr fortschrittlich also ;)

Vielleicht sollte ich nochmal erwähnen, dass ich das natürlich nicht verallgemeinern kann, es kommt natürlich ganz darauf an, wo man sich befinden. Meine Erfahrungen beschränken sich also eher auf die Unterschiede zwischen Bayern, Nürnberg und England, London.


 

Die Menschen

Die Menschen hier sind höflich – wahnsinnig höflich. Es kam schon oft vor, dass sich jemand bei mir entschuldigte und ich nicht einmal wusste, wofür eigentlich. Interessanter Weise habe ich mir das sehr schnell angewöhnt. Man entschuldigt sich, wenn man eventuell 3mm im Weg stand. Man entschuldigt sich, wenn jemand einen Tick länger warten musste. Mittlerweile entschuldige ich mich so um die 20 Mal am Tag, wegen kleinen Banalitäten. Letztens habe ich mich sogar dabei ertappt, mit bei einer Frau neben mir zu entschuldigen, weil ich auf den falschen Knop des Kaffeeautomaten gedrückt hatte und er gepiepst hat. Ups! Am Anfang fand ich diese Höflichkeit wahnsinnig angenehm und habe mich sehr gefreut, doch oft sind Entschuldigungen hier einfach nur Floskeln, die man daher sagt. Auch der Small-Talk hat mir erst sehr gut gefallen, oft empfinde ich es mittlerweile aber als anstrengend. Jeder hat einmal einen schlechten Tag, an dem man nicht erst 15 Minuten Belanglosigkeiten über das Wetter und das Wochenende austauschen möchte, bevor man überhaupt zum Punkt kommen kann. Oft merkt man auch genau, das Menschen überhaupt keinen Bock haben, mit dir zu reden, es aber trotzdem tun, einfach nur, weil man das eben so macht. Ich würde es mal so zusammenfassen: Die Deutschen sind oft zu unhöflich und könnten sich ein paar mal öfter entschuldigen oder bedanken, aber die Engländer könnten das auch etwas herunter schrauben. Ansonsten bin ich nach wie vor begeistert, von der Hilfbereitschaft der Meisten. Wenn man nach Hilfe fragt, dann bekommt man sie auch. Außerdem ist es mir aufgefallen, dass es oft einfach nicht gängig ist, jemandem hier die Meinung zu sagen, sondern eher einen Schein zu wahren. Das finde ich etwas schade, denn die Ehrlichkeit kommt dabei manchmal zu kurz. Auch hier möchte ich erwähnen, dass man das natürlich nicht verallgemeinern kann.

Praktikum in England 1

Was ich vorher nicht wusste: Anscheinend ist es hier üblich, viel früher zusammen zu ziehen, zu heiraten, und sich ein Haus zu kaufen. Das mit dem Haus verstehe ich gut, denn die Mieten hier sind unfassbar hoch. Ich habe immer das Gefühl, dass sich Deutsche ein Haus kaufen, um sich dort niederzulassen, in England muss das nicht umbedingt gesagt sein. Wenn man woanders hin will, dann verkauft man es eben wieder.

Eine total süße Geschichte: In der Arbeit habe ich eine wahnsinnig nette Frau kennen gelernt, die mir eine zuckersüße Geschichte von ihr und ihrem Mann erzählt hat. Sie war wohl um die 18/19 und war mit einer Freundin in einem Pub, als ein paar Amerikanier herein kamen. Sie waren schon etwas betrunken und hatten nicht gerade die besten Manieren, wenn ich das richtig in Erinnerung behalten habe. Und trotzdem sagte sie zu ihrer Freundin: „Siehst du den da vorne? Den heirate ich mal!“. Drei Tage später waren sie dann zusammen gezogen, ein halbes Jahr später verheiratet und ein Jahr darauf folgte das erste Kind. Und sie sind nach wie vor richtig glücklich zusammen, auch wenn er sie – nach eigener Aussage – manchmal richtig auf die Palme bringt! Vielleicht hat diese Geschichte nicht umbedingt was mit England – Deutschland zu tun, aber ich wollte sie euch einfach erzählen!


 

Und ich denke, das ist auch ein ganz gutes Ende für Part 1. Ich könnte euch wahrscheinlich noch viel, viel mehr erzählen, aber wer liest das dann noch? Ich hoffe also sehr, dass euch Part 1 gefallen hat und ihr auch bei Part 2 wieder dabei seid. Wenn ihr mal in England wart, dann würde ich ich freuen zu hören, wie ihr diese Themen so wahrgenommen, oder welche Erfahrungen ihr so gemacht habt! :)

Mehr über England? Hier findet ihr ein paar Bilder von London und hier Fotos von Oxford.

Gewinnspiel gefällig? Auf einem meiner Lieblingsblogs, Katharine van Mavis, gibt es so tolle Sachen zu gewinnen, vorbei schauen lohnt sich!

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14 Comments

  • Reply
    Anita
    5. September 2014 at 14:49

    Ein guter Bericht! Toll gemacht :-)

    http://www.uneprisedeluxe.com

    • Julia
      Reply
      Julia
      8. September 2014 at 9:03

      Vielen Dank Anita, das freut mich!

  • Reply
    Jenny
    5. September 2014 at 18:12

    Oha, die Briten sind also tatsächlich so höflich, wie George Clooney im Nespresso Spot? :D George <3 Ich dachte das sei so ein Irrglaube… :D Aber immer gut zu wissen :*
    Naja, Sid mag ich nicht so gerne….der wi-…du weißt schon :D mir zu viel und ist irgendwie so eine Lusche – Noch dazu hat er Cassie einfach nicht verdient!
    Ne ich habe bis jetzt nur 1-3 gesehen -.- und 4 angefangen….vor Jahren :D Ich mag die neue Generation, aber es ist eben nicht dasselbe und Cassie fehlt mir unheimlich…(wobei Effy einfach SO heiß ist :D) :s irgendwann gibt es doch 'ne Reunion nicht wahr?

    Gruß & Kuss :*
    Jenny

    http://www.imaginary-lights.net/

    • Julia
      Reply
      Julia
      8. September 2014 at 9:05

      Die meisten sind wirklich so höflich, da hast du Recht :)

      Ja, ich verstehe was du meinst, aber ich denke, Sid hat eigentlich ein sehr gutes Herz – und ich mag es, wie verpeilt er ist :)

      EFFY IST WIRKLICH HEISS :)

      Liebste Grüße und danke für dein Kommentar :) ♥

  • Reply
    Jenny
    5. September 2014 at 18:18

    Achja, Ps.: Guck dir mal den Trailer zu „Riot Club“ an :p :D

  • Reply
    iivorybeauty
    5. September 2014 at 21:30

    England klingt sehr interessant, ich war leider noch nie dort, aber ich möchte unbedingt mal dort hin und dann selbstverständlich auch nach London. Die Geschichte deiner Kollegin ist wahnsinnig süß, ich liebe solche Geschichten! Schöner Post, ich freue mich auf Part 2 :)
    Liebe Grüße ♥

    • Julia
      Reply
      Julia
      8. September 2014 at 9:06

      Danke dir, das freut mich sehr.
      Wenn du mal nach England kommst, dann lass es mich wissen :)

  • Reply
    Maike
    6. September 2014 at 14:57

    Schöner Bericht, vieles habe ich in meiner Zeit in England ähnlich wahrgenommen. Die Häuser kamen mir (zumindest im Vorort) so wahnsinnig klein und immer ein wenig herunter gekommen vor. Trotzdem aber irgendwie gemütlich, bei meiner Gastfamilie gab es zum Beispiel sehr viel Teppichboden. Die Menschen finde ich großartig, sehr zuvorkommend, freundlich und sympathisch. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt! Auf deinen nächsten Bericht bin ich schon gespannt :) Liebe Grüße!

    • Julia
      Reply
      Julia
      8. September 2014 at 9:07

      Wie lange warst du denn in England, Maike? :) ♥

  • Reply
    Marie
    10. September 2014 at 7:35

    Sehr schöner Post! Ich würde liebend gerne mal ne kleine Tour an der Südküste Englands machen und dann natürlich auch nach London :)

    • Julia
      Reply
      Julia
      10. September 2014 at 9:27

      Danke Marie, das freut mich!

      Kann ich dir auf jeden Fall empfehlen, England ist toll! :)

  • Reply
    Praktikum in England - Erfahrungen 3 - juliary | lifestyleblog
    14. November 2014 at 14:45

    […] den letzten beiden Beiträgen habe ich euch schon mehr über das Land an sich und die Menschen und Essen, Einkaufen und Arbeiten erzählt. Langsam wird es Zeit dafür, euch zu erzählen, wie ich […]

  • Reply
    Nike Air Max - Outfit - juliary | lifestyleblog
    14. November 2014 at 14:45

    […] Stattdessen zeige ich euch heute lieber mein Outfit. Sowohl Jacke und Schal habe ich in England (hier, hier oder hier könnt ihr mehr über meine Erfahrungen in England lesen) bei Primark gekauft und […]

  • Reply
    Beauty Favoriten im April
    5. Mai 2015 at 16:27

    […] Lipbalm habe ich mir damals in England gekauft und verwende ihn seitdem beinahe täglich, da sonst nichts meine Lippen so gut pflegt. […]

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