Deutsch-Rap

Deutsch-Rap Und Ich // Talk

Ich verstehe nicht, wieso ich die Musik von irgendwelchen Idioten hören sollte, die sich damit profilieren, im Knast gesessen zu haben und jede Nacht eine Andere ins Bett zu bekommen. Das ist für mich nicht gerade erstrebenswert.“ Zugegeben, finde ich immernoch nicht. Was sich allerdings komplett gewandelt hat, das ist mein Bezug zum Deutsch-Rap. Da ich mittlerweile fast nichts Anderes mehr höre, möchte ich euch heute ein paar Artists zeigen beziehungsweise von meiner Liebe zum Rap erzählen. Ich wünsche euch dabei viel Spaß!


Angefangen hat Alles vermutlich in der siebten Klasse. Damals hörte ungefähr jeder „Sonnenbank Flavour“ von Bushido und vermutlich wollte ich irgendwie dazu gehören. Ich war damals selbst überrascht, als mir einige Lieder des Albums doch tatsächlich gefallen haben. Lange war danach erst einmal Funkstille. Ein paar Songs von Sido kannte man natürlich, hier und da fand man ein Lied schon ganz in Ordnung, aber nicht so, dass ich wirklich gesagt hätte, ich war Rap-Fan. Nach wie vor war ich außerdem komplett gegen beleidigenden, assozialen, gewalttätigen Rap.

Vor ein paar Jahren stieß ich dann auf Trailerpark, Alligatoah und die 257ers, war auf ein paar Konzerten und kannte wohl beinahe jeden Song auswändig. Oder zumindest die Alligatoah-Parts, Klassiker eben. Wenn Trailerpark oder die 257ers euch ein Begriff sind, dann wisst ihr, dass die Texte nicht gerade politisch korrekt sind, ähnlich wie bei K.I.Z. Also was hat sich geändert?

Wahrscheinlich habe ich gelernt, dass man Rap-Texte nicht 100% ernst nehmen kann/darf. Im Rap heißt es, sich irgendwie zu etablieren und das erreicht man nunmal nicht mit Sonnenblumen-Regenbogen-Texten. Klar, es gibt Ausnahmen, wie beispielsweise Cro oder den werten Dagi-Bee Freund – der ja meiner Meinung nach nichts in diesem Business verloren hat – aber die lasse ich hier mal außen vor. Wie ist es denn beispielsweise beim JBB oder VBT (Rap Battles auf Youtube)? Da kommt man nicht nur mit Mutter-Lines weiter, da muss man schon wirklich kreativ sein.

Und vermutlich ist es genau das, was meine Meinung zum Rap gewandelt hat. Ich mag die deutsche Sprache. Ich mag Texte, Bücher, Gedichte, Poetry Slams und auch allgemein: Ich mag es, wenn sich Leute der deutschen Sprache gut bedienen können und ihr mächtig sind. Bei Rechtschreibfehlern auf Twitter fange ich beispielsweise fast an zu weinen, so schlimm bin ich da. Richtig auf die Palme bringen könnt ihr mich übrigens, wenn ihr das Wort „zumindestens“ verwendet (DAS GIBT ES EINFACH NICHT!) oder den Unterschied zwischen „dass“ und „das“ nicht beherrscht. Sorry, das ist nichts persönliches. Ich bin einfach ein kleiner Grammar-Nazi. Ich hoffe sehr, dass sich in diesem Text keine Fehler befinden, sonst ist das hier echt ganz schön peinlich. Whatever. Auch im Rap muss man sich mit Sprache, Reimschemen und Artikulation auskennen und genau das macht es für mich reizvoll. Kluge Wortwitze und Dissen auf hohem Niveau finde ich einfach klasse. Letztens wurde ich auch in die Kultur von Rap-am-Mittwoch eingeführt und bin seitdem ein kleiner Fan. Übrigens lege ich bei Deutsch-Rap nicht nur wert auf den Text, auch Melodie, Stimme und Artikulation müssen dabei für mich stimmen. Ein guter Beat ist schon die halbe Miete.

Aber welche Künstler finde ich wirklich gut?

Derzeit höre ich bevorzugt Songs von Marsimoto, Genetikk, Kollegah, Kool Savas (wie gut ist bitte Märtyrer?), Lance Butters oder auch das neue Album von Bushido. Auch OK KID!, Battleboi Basti, Materia oder Käptn Peng finde ich richtig gut, des Weiteren liebe ich nach wie vor noch Trailerpark und Alligatoah. Ich verfolge VBT und JBB, zwei Rap-Battles auf recht hohem Niveau und habe letztens auch Fabian Römer entdeckt. Selbst Boom Boom Boom von K.I.Z hat es mir angetan. Was sich auf jeden Fall nicht geändert hat: Selten gefallen mir ganze Alben (bis auf Märtyrer, das liebe ich komplett), meistens habe ich nur bestimmte Songs in meiner Playlist.

Meine momentanen Favoriten:

  • Sido ft. Dillon Cooper – Ackan: Einfach richtig gut produziert, der Beat ist einfach klasse. Die Message ist natürlich nicht sonderlich innovativ, das hat man schon öfter gehört, aber nach wie vor natürlich nicht verkehrt. Der Text haut mich auch nicht extrem vom Hocker, aber der Beat reißt es für mich einfach raus. Auch das Video ist teilweise richtig sehenswert – zumindest die Parts auf dem Dach.
  • Kool Savas – Märtyrer und Limit: Aber allgemein kann ich euch eigentlich das ganze Album empfehlen. Läuft bei mir schon eine ganze Weile rauf und runter, die Beats sind einfach richtig gelungen!
  • Fabian Römer – Nachtluft: Für die, die es etwas romantischer und melancholischer mögen ist Fabian Römer super geeignet. Blauwalherz und Nachtluft regen richtig zum Träumen an! „Und wir sitzen hoch über allen mit Visionen und Bier an unserem Platz, den sonst niemand kennt„.
  • Die Orsons – Tornadowarnung & Schwung in die Kiste: Wer gerne mal ein bisschen feiern geht, der sollte sich meiner Meinung nach auf jeden Fall die Orsons anhören. Gute Laune und gute Stimmung sind da eigentlich vorprogrammiert!
  • K.I.Z. – Boom Boom Boom: Hört euch bitte nicht nur den Refrain an, denn da ist die Message etwas missverständlich. Ansonsten steckt in diesem Lied durchaus ein bisschen Sozialkritik – wirklich gut!
  • Kontra K ft. Nisse – Atme den Regen: Kontra K hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Kieker, was sich mit dem Song Atme den Regen sicher geändert hat. Wenn ich in den Urlaub fahre, landet er sicher in meiner Roadtrip-Playlist!
  • VBT ist momentan wieder im vollen Gange und befindet sich gerade im 16tel. Mein Favorit im Moment ist Shliiwa, die Stimme ist einfach fabelhaft, außerdem ist der Typ echt musikalisch! Vorsicht, VBT zeugt nicht gerade von jugendfreundlichen Texten ;)

So, lange genug über Deutschrap geschrieben. Mich würde natürlich interessieren, ob ihr mehr über Musik lesen wollt, oder ob ich mich lieber weiterhin an Fashion und Beauty halten soll. Und auch wenn es hier vielleicht nicht raus kommt, ich höre durchaus noch mehr als nur Rap, also sagt mir gerne, was euer Sommersong 2015 ist, ich lasse mich gerne inspirieren :)

Das Bild oben hat übrigens die liebe Silvana von @sonneaufdenwellen gemacht!

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5 Comments

  • Reply
    Anna
    15. Juni 2015 at 13:56

    Erstmal finde ich es klasse, dass du auch über Musik schreibst – wär cool wenn du das öfter machst!:)
    Alligatoah, Trailerpark und die 257ers mag ich super gerne. Auch wenn die Texte wie du sagst nicht immer ganz politisch korrekt sind, find ich sie irgendwie witzig :D Deutsche Musik ist an sich total mein Ding, auch wenn ich statt auf Rap meistens lieber so Sachen wie Bosse oder Tonbandgerät hör. Kommt aber auch auf die Stimmung drauf an :D

    Und danke noch für deinen super netten Kommentar, hab mich sehr gefreut :)

  • Reply
    Leni
    20. Juni 2015 at 20:53

    Ich liebe Trailerpark und freue mich schon sie bald endlich wieder live zu sehen! Wie du schon sagst, man darf Deutsch-Rap einfach nicht allzu ernst nehmen und muss sich teilweise bewusst sein, dass Menschen wie Trailerpark zwar auch bewusst provozieren, aber auch viel übertreiben um die Gesellschaft ein bisschen ins Lächerliche zu ziehen.
    Liebe Grüße :)

    • Julia
      Reply
      Julia
      21. Juni 2015 at 15:06

      Wie Recht du hast Leni, danke dir :)

      Liebste Grüße ♥

  • Reply
    julia
    22. Juni 2015 at 17:15

    Du hast casper vergessen^^ und hör dir mal fiva mc an, is ne Rapperin aus münchen, macht Lieder über freundschaft, Familie, Liebe und son zeug, aber die Macht es richtig gut, vorallem die Songs Frühling, Rauschgift und zeichen setzen sind genau richtig fur dich ;)

    • Julia
      Reply
      Julia
      22. Juni 2015 at 17:27

      Oh natürlich, wie konnte ich Casper vergessen?
      Und danke dir für den Tipp, mache ich ganz bald :)

      Liebe Grüße!

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