Es ist erst passiert, wenn du es postest

Es ist nur passiert, wenn du es postest

Wir sind die Generation Smartphone. Die Generation „Mach ich Foto, tu ich Facebook„. Die Generation, die erst einmal ihr Essen fotografiert, bevor sie es tatsächlich isst. Und auch wenn wir oftmals für viel Spott sorgen, finde ich es in Ordnung – nur nicht auf Konzerten!


Ich bin Blogger und mittlerweile auch Youtuber. Ich bin Instagram-Addict und verbringe quasi mehr Zeit auf Snapchat, als in den Vorlesungen (Ich habe gerade keine Vorlesungen, das ist also quasi nur ein Stilmittel. Ihr versteht schon). Mein halbes Leben spielt sich online ab und manche wollen das vielleicht nicht verstehen, aber das ist ok. Ich verstehe es, das reicht mir. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich es gewohnt bin, viel Zeit online zu verbringen. Aber eben deswegen lernt man schnell, dass man sich auch Zeiten einräumen muss, in denen das Handy aus bleibt. Wo man einfach nur sein Leben genießt. Konzerte sind beispielsweise eben diese Zeit für mich.

Umso schockierter war ich, als ich in München auf dem Twenty One Pilots Konzert vor lauter Smartphone, Videos machen und Snapchat nicht einmal den Sänger sehen konnte, und das obwohl ich ziemlich weit vorne stand. Ja, ich gebe es zu, ein paar Minuten filme und knipse ich auch (schon alleine für meinen VLOG für Youtube), aber die ganze Zeit? Ununterbrochen? Vor mir standen tatsächlich Mädels, die das halbe Konzert auf Snapchat gepostet haben und auch in Whats App Bilder und Videos verschickt haben. Wenn ich mich umgesehen habe, dann habe ich Menschen gesehen, die zwar jeden Songtext auswändig mitbrüllen können, das Konzert aber nur durch ihre Smartphone Displays erleben. Wow!

Nach ein paar Minuten haben wir uns dann relativ weit nach hinten und auf die Seite verzogen und was soll ich sagen: Ich habe dort tatsächlich besser gesehen. Viel besser. Und wenn ich mir dort umgesehen habe, dann standen um mich herum nicht mehr so viele Menschen mit Smartphone, sondern mit ihrem Partner im Arm oder auf den Schultern. Menschen, die die Musik und die Show genossen haben und ich dachte mir „ja, so soll das sein„!

Es passiert nur, wenn du es postest

Ich meine, ich verstehe das. Natürlich möchte man sich seine schönsten Erlebnisse in Form von Videos und Fotos als Erinnerung bewahren, aber was bringt es mir, mehr Material zu haben, als Erinnerungen selbst. Wie hat es dort gerochen? Wie war der Gesichtsausdruck der Menschen um mich herum? Und vorallem: Wie habe ich mich gefühlt. Gerade bei Konzerten gehe ich total gerne in mich und bin kurz alleine mit mir selbst. Und das kann ich nicht, während ich versuche, die Kamera ruhig zu halten.

Ich verrate euch ein Geheimnis. Die schönsten Momente passieren nie mit einem Smartphone in der Hand. Die schönsten Momente sind dann, wenn einem der Wind durch die Haare weht, man so glücklich ist, dass man weinen könnte und man tolle Menschen um sich hat. Die schönsten Momente sind die, in denen man vollkommen vergisst, das Smartphone zu zücken, weil man so überwältigt von Allem ist. Und ganz ehrlich, diese Momente vergisst man auch nicht. Auch wenn man sie mal nicht postet.


Und für die, die trotzdem gerne wissen möchten, wie mein Konzert war: Die wenigen Momente, die ich auf dem Konzert gefilmt habe, habe ich euch natürlich in ein Video gepackt. Auch wenn es nicht das halbe Konzert ist.

Wann schaltet ihr euer Smartphone mal aus? Schreibt es mir!

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11 Comments

  • Reply
    Vivi
    21. Februar 2016 at 17:27

    Ja da geb ich dir wirklich Recht ! Es gibt bei mir auch Phasen, in denen ich wirklich NUR auf Social Media Kanälen unterwegs bin aber auch welche, an denen es mich garnicht reizt.
    Ich finde man sollte da eine gute Balance halten, um wie du selbst sagst sich auch einmal auf sein „echtes Leben“ konzentrieren zu können :)

    Liebe Grüße,
    Vivi <3
    vanillaholica.com

  • Reply
    Jasmin
    21. Februar 2016 at 18:04

    WORD! Du sprichst mir aus der Seele! Hab das auch schon so oft erlebt und kanns einfach nicht verstehen. Find das irgendwie auch voll unhöflich dem Künstler/Musiker gegenüber, der will ja auch nicht nur in Smartphones gucken sondern in die Gesichter der Menschen, die seine Musik feiern. Also ich würd da als Musiker ne klare Ansage machen! Danke für den tollen Beitrag, dein Video schau ich mir gleich an :) <3

    Liebe Grüße
    deine Jasmin von nimsajx.blogspot.de

  • Reply
    Selly
    21. Februar 2016 at 19:58

    Wahre Worte, Liebes!!
    Ich stimme dir 1:1 zu. Wenn ich etwas Schönes sehe, dann mache ich auch Fotos, das gebe ich zu! Aber wenn wir was in der Gruppe machen, dann herrscht striktes Handyverbot und da hält sich zum Glück auch jeder dran. :)

    Dir einen schönen Sonntag noch!
    Selly
    von SellysSecrets || Instagram

  • Reply
    Rica N.
    21. Februar 2016 at 19:59

    Wie nervig! Ich war zuvor zwar noch nie auf einem Konzert, würde dann das Handy aber auch einfach in der Tasche lassen, solche Momente, genau wie Feuerwerke, erlebe ich gerne selbst. Mein Handy schalte ich immer dann aus, wenn ich mich voll und ganz auf etwas konzentrieren möchte, das muss einfach auch mal sein. Schöner Beitrag :)

    Liebe Grüße ♥
    Rica von iivory beauty

  • Reply
    Vola von lackschaft
    21. Februar 2016 at 20:06

    Sehr interessanter Post, denn mir ging es am Montag nicht anders. Ich war in Düsseldorf auf dem Jessie J Konzert und hatte auch ein paar gute Plätze relativ weit vorn ergattern können. Natürlich habe ich auch 1-2 Fotos zur Erinnerung gemacht, aber dann wurde das Handy wegesteckt und einfach nur die Musik genossen. Ich war völlig verblüfft, dass einfach fast jeder dauerhaft sein Handy draussen hatte. Erschreckend. Was machen diese Leute mit den Fotos? Was bringt es sich Fotos anzusehen, wenn man nicht mehr weiß wie toll dieser Moment genau da war, weil man eben mit fotografieren beschäftigt war. Wieviele sehen sich die Videos danach noch an!? Fühlt es sich genauso an? Bekommt man dieselbe Gänsehaut? Ich bleibe dann doch lieber offline und genieße den Moment, denn das kann mir keiner nehmen.

  • Reply
    Jana
    23. Februar 2016 at 10:36

    Ein paar Fotos und ein kurzes Video finde ich in Ordnung. Trotzdem möchte ich so ein Konzert dann doch lieber live erleben!
    In letzter Zeit ist mir auch immer häufiger aufgefallen, dass es Tage gibt an denen ich noch gar nicht bei Instagram undco online war. Früher hätte ich dann ganz panisch am Abend noch schnell ein Bild hochgeladen und sämtliche Bilder durchgeschaut. Aber mittlerweile finde ich so einen Tag auch mal ganz entspannend :)

    Liebe Grüße,
    Jana von bezauberndenana.de

  • Reply
    Thao
    23. Februar 2016 at 12:17

    Schöner Post und wahre Worte!
    Mein Leben geschiet ja auch oft online und manchmal sind Freunde oder Familie sauer, weil ich vor dem Essen oder sonst wann nochmal posten muss oder jemanden antworten muss. Das nervt mich ein bisschen, aber ist ok. Mache ich auch nicht immer.
    Auf Konzerten würde ich das auch nie machen. Dann kann ich das ja gleich im Fernsehen sehen und weißt du was? Ich gucke mir das Konzert sowieso nie wieder auf meinem Handy an. Daran denke tu ich schon noch ab und zu. So geht es mir auch bei Feuerwerken. Ich genieße lieber den Moment anstatt das ganze Feuerwerk zu filmen. Interessiert danach doch eh niemanden mehr :D

    LootieLoos plastic world

  • Reply
    Kea
    23. Februar 2016 at 13:36

    „Die schönsten Momente passieren nie mit einem Smartphone in der Hand.“ So true! Bin gerade über Leonies Blog glowing auf dich aufmerksam geworden und kann deinen Post nur dick und fett unterschreiben – ich bin heilfroh, noch ohne Smartphone aufgewachsen zu sein und möchte mit den jungen Mädels von heute nicht tauschen. Offline lebt es sich halt einfach tausendmal gegenwärtiger. Liebe Grüße!

  • Reply
    Duni | Windmelodie
    23. Februar 2016 at 14:18

    Soooo ein toll geschriebener Post meine Süße ❤ Vieles davon möchte ich mir einfach nur jeden Tag durchlesen. Ich glaube ich wär genauso wie du, richtig angefressen wenn ich bei einem Konzert bin und dann nichts mitbekomme nur weil alle Sekunden jemand ein Snapchat davon machen muss. Da tut es einfach so unglaublich gut, sich mal von allem zu entfernen sich nur um die liebsten statt dem nächsten Post zu kümmern und von dem Display mal hochzugucken. Aber wie du auch schon sagst – die Balance machts. Ich finde auch nichts schlimmes daran wie präsent wir in der Onlinewelt sind, aber irgendwo ist halt immer die Grenze. Wie bei allen Dingen im Leben :)
    Ein toller Post, der mal wieder etwas zum nachdenken anregt! Thumbs up meine Liebe ❤

    Ich drück dich :*

  • Reply
    Lisa
    25. Februar 2016 at 20:56

    Hallo, meine Liebe!

    Ich habe mir diesen Post bereits vor einigen Tagen durchgelesen. Aber leider mit dem Handy. Also bin ich noch nicht zum Kommentieren gekommen. Aber das hole ich jetzt nach, weil mich dein Text wirklich zum Nachdenken gebracht hast. Du hast so Recht. Erst gestern habe ich mit meinem besten Freund darüber gesprochen, als wir in einem Club waren. Dort war ein Karaokewettbewerb und eine Teilnehmerin hat ihren Auftritt mit dem Handy selbst mitgefilmt. Wir haben beide gesagt, wie schade es ist, dass sie das macht und sie irgendwie das echte Leben verpasst. Ich bin auch sehr gerne online, teile mein Leben via Snapchat, Instagram, Facebook und meinem Blog. Aber es gibt wirklich Momente, da sollte das Handy ausbleiben. Beispielsweise, wie du schon gesagt hast, bei einem Konzert oder auch beim Weggehen. Zuerst wollte ich ein bisschen den Abend snappen, habe es dann aber gelassen und irgendwie ist es auch etwas besonderes, wenn man noch Momente hat, die nur einem selbst und seinen Freunden bzw. der Familie gehören.

    Liebste Grüße
    Lisa

  • Reply
    marietechnau@gmail.com
    28. Februar 2016 at 18:38

    Danke für diesen wunderbaren Beitrag! Du hast so so recht. Ich hasse diese Momente auf Konzerten. Als ich auf dem Berlin Festival war war das auch extrem. Den ganzen Abend in der Halle standen die Leute mit ihren Smartphones da und filmten… Irgendwie merkwürdig wenn Konzerte doch so etwas tolles sind, bei denen man so viel fühlt.. geht durch Handys irgendwie kaputt. Aber ich finde wenn es sich in Grenzen hält ist das überhaupt kein Problem!

    Alles liebe,
    Marie

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