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Der Fitness Lifestyle macht mich krank!

Nichts ist in den sozialen Medien derzeit präsenter, als der Fitness Lifestyle. Abs hier, Fitness-Shake dort, andauernd stolpert man über Rezepte, Übungen, Tipps & Tricks. Und so gut ich es auch finde, dass der Fokus nun auf gesunder Ernährung – oder eben allgemein Gesundheit liegt, dieser Lifestyle macht mich langsam auch krank. Und das, obwohl er mir eigentlich helfen sollte..


Der Fitness Lifestyle macht mich krank!

Wie ich euch hier oder hier schon einmal erzählt habe, bin ich nicht unbedingt Body Confident und nun schon seit einer Weile dabei, abzunehmen und meinen Körper zu straffen. Und das mit eher mäßigem Erfolg. Und als dann diese ganzen Fitnessaccounts und Fotos auf Instagram aufploppten, da war ich darüber ganz schön happy! „Endlich mal ein bisschen mehr Motivation„, dachte ich mir und abonnierte einige Accounts. Und ja, motiviert haben sie mich schon. Zunächst.

Nach und nach habe ich dann jedoch angefangen, mich zu vergleichen. Wieso nehmen andere so schnell und viel ab, während ich um jedes Kilo so sehr kämpfen muss? Und wieso schaffen es manche, ohne Heißhungerattacken oder Cheatdays durch die Woche zu kommen, niemals zu sündigen und jeden Tag super frisch zu kochen? Bin ich einfach zu faul? Zu demotiviert? Bin ich wirklich so ein hoffnungsloser Fall?

#neverskiplegday

Ich meine, wir alle kennen diese super motivierenden Hashtags. Doch manchmal frage ich mich, ob all die Mädels und Jungs hinter den Accounts wirklich motivieren wollen, oder einfach nur Bestätigung brauchen. Sind sie wirklich so makellos, diszipliniert und zielstrebig? Ist es wirklich möglich, dass sie nie schlechte Tage haben? Bin ich wirklich so eine Ausnahme?

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Smoothiebowl: 1 Banane | 5 Erdbeeren | 1 Löffel Honig | Chiasamen | Your Superfood Energy Bomb*

#FürMehrRealitätAufInstagram

Bevor ich jetzt furchtbar viel Hass auf mich ziehe: Ich habe nichts gegen Fitnessaccounts. Wirklich nicht, meiner Meinung nach gibt es auch viele gute Accounts, die nicht nur gute Miene zu bösem Spiel machen und auch mal einen Burger essen. Doch leider gibt es meines Erachtens auch viel zu viele Accounts, die sich als Experten aufspielen (sehr nah an die Magersucht heran kommen, dann aber auf Shakes setzen und ihre Fitnesspläne verkaufen, wtf?) oder nur die positiven und einfachen Seiten des Fitness Lifestyles zeigen und uns damit ein falsches Bild vermitteln. Dass wir einfach zu faul und dumm sind. Und genau das setzt sich in meinem Kopf fest.

Wenn ich ein Stückchen Schokolade esse, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen. Wenn ich einkaufe, dann blicke ich schon beinahe automatisch auf die Nährwert-Tabelle. Und wenn ich es einmal nicht ins Fitnessstudio schaffe, weil ich irre viel zu tun habe oder nicht in der Stadt bin, dann würde ich mich am Liebsten sofort zu einem zweistündigen Dauerlauf zwingen.

Aber ist das wirklich der richtige Weg? Ist es wirklich ein fester Bestandteil, des Fitness Lifestyles, sich zu geiseln und unter Druck zu setzen oder ist das einfach nur das Bild, was viele vermitteln? Und kann es wirklich so gut sein, sich dauernd zu Sport & gesunder Ernährung zu zwingen, nur um irgendwelchen Vorbildern nachzueifern? Für mich klingt das zumindest nicht nach dem besten Weg und habe derzeit hart mit mir zu kämpfen, dieses falsche, zu strenge Bild aus dem Kopf zu bekommen.

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Was kann man besser machen?

Als Fitnessaccount: Perfekt sein ist nicht alles. Teilt doch vielleicht auch mal Missefolge oder Motivationstiefs, anstatt nur strahlende Erfolge? Oder wie habt ihr es geschafft, eure Hungerattacken zu überwinden? Ich bin mir sicher, ich wart nicht von 0 auf 100 Profisportler, oder? Seid euch bitte bewusst, was für ein Bild ihr uns Laien und Anfängern vermittelt. Und wenn ihr nicht die absoluten Experten seid, dann bitte, überdenkt einen Tipp noch einmal, bevor ihr ihn postet. Denn wenn ihr 14jährigen Mädels empfehlt, sich nur noch von Shakes zu ernähren, dann könntet ihr ihnen damit schaden. Und zwar sehr. Gerade in einer Zeit, in der Magersucht und Mangelernährung so präsent sind, sollte man nicht noch Tipps geben, die eben dies auch noch fördern.

Als Fitness-Anfänger (so wie ich): Glaubt bitte nicht Alles, was ihr hört sondern hinterfragt es erst einmal. Denkt ihr denn, irgendwelche Crash Diäten sind gesund? Ich tue es nicht. Und bitte, BITTE, versucht euch nicht zu sehr in etwas zu verrennen. Setzt euch nicht zu sehr unter Druck, denn das nimmt euch den ganzen Spaß daran. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich gerne ins Fitnessstudio gehe, gerne die Erfolge sehe und auch gerne gesund koche, einfach weil ICH es will. Irgendwo in meinem Kopf habe ich nach wie vor eine kleine perfekte Instagram Prinzessin, die versucht, mir den Fitness Lifestyle einzuprügeln, aber ich bin dabei, sie langsam loszuwerden und das klappt immer besser. Ich glaube nämlich, dass man immer etwas an sich auszusetzen hat und man sich nicht nur durch seinen Körper definitieren sollte. Ich möchte lernen, mich auf mit 5 Kilo zu viel zu lieben. Und genau das wünsche ich euch, denn wenn euch der Fitness Lifestyle manchmal genau so krank macht wie mich, dann kann das einfach nicht der richtige Weg sein!

*Dieses Produkt wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Was sagt ihr zu dem momentanen Fitness Lifestyle? Fluch oder Segen?

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11 Comments

  • Reply
    Sophie
    17. Mai 2016 at 16:44

    ich bin sowas von deiner Meinung. Ich versuche immer darauf zu achten, dass ich genug Obst und Gemüse esse und nicht 3x pro Woche Chips esse oder was weiß ich. Letzte Woche war ich wieder total motiviert, habe nichts genascht, jeden Tag brav trainiert und am Wochenende kam dann der Einbruch. Ich hatte so sauviel zu tun, saß nur vor dem Computer, hab mich 3m pro Tag bewegt, war Null ausgeglichen und hab jeden Tag 1 Stück Kuchen gegessen, damit ich Glückshormone bekomm. Ich weiß also genau was du meinst. ich finde einfach, dass es irgendwie „Pflicht“ geworden ist, Sport zu machen und sich nur gesund zu ernähren. Früher hat man über so etwas nicht gesprochen, es war kein Thema, und wenn jemand sportlich war und eine gute Figur hatte, bewunderte man das. Heute steht man als Blogger oder Instagramer doof da, wenn man dem Fitness-Wahn nicht beitritt, und ich merke auch, wie ich Schokolade oder Süßes gar nicht mehr genießen kann und nur mehr dran denke, wie ich es wieder runtertrainieren kann :/

  • Reply
    Birte
    17. Mai 2016 at 19:50

    Liebe Julia,

    Interessantes Thema, was du da aufgreifst, auch ich hatte diese Gedanken schon. Man lässt sich ja gerne berieseln von diesen Accounts, sucht Motivation aber gleichzeitig zieht es einen auch runter! Ich denke, man muss den richtigen Mix finden für sich zwischen gesundem Lifestyle und Genuss! Nur Verzicht und strenge Fitness Routine, das hält doch kaum einer auf Dauer durch. Höchtens fürs Foto!

    Alles Liebe,
    Birte
    http://show-me-your-closet.de/

  • Reply
    Lici
    17. Mai 2016 at 20:35

    Sehr gut geschrieben, liebe Julia! Früher habe ich mich sehr gegen diese Haltung ge wehrt. Damit war ich auch die kurvigste im Dreiergespann, die in allem, was Liebe, Freunde &co anging hinterher war, aber ich war auch die zufriedenste, was meinen eigenen Körper anging. Die Haltung wurde noch abwehrender, als eine der beiden Magersüchtig wurde, was unsere Freundschaft nicht ausgehalten hat. Und jetzt, einige Jahre später gucke ich selber auf Nährwertangaben, habe Schokomomente und habe einiger Ernährungsprogrammideen hinter mir. Und immer wieder das vermeintlich schlechte Gewissen, das man nur durch den präsentierten Lebensstil anderer hat…
    Ich glaube, dein Text beweist, dass du auf dem absolut richtige Weg bist, wirklich „body confident“ zu werden. Nur eine Kleinigkeit noch: In deinem letzten Absatz schreibst du, du möchtest dich „auch mit 5 Kilo zuviel lieben“. Aber liebe Julia, wer entscheidet denn, ab wo es zuviel ist? NUR DU. Und das ist der Punkt. Kurven sind keinesfalls zuviel, wenn man mit seinem Körper zufrieden ist. Ihn lieben ist eine Sache, aber sich hinzustellen und zu sagen ‚hey, ich bin okay, ich muss mich jetzt nicht mit anderen vergleichen‘, DAS ist für mich „body confident“.

    In diesem Sinne danke für deinen ehrlichen Post und ich hoffe, du hast nix gegen eine Verlinkung bei mir.
    Lici, die auch ohne Fitnesswahn sehr gerne Salat und Avocado isst

  • Reply
    Rica N.
    17. Mai 2016 at 20:52

    Ich bin, was den Fitnesstrend betrifft, auch eher skeptisch eingestellt. Bei manchen Accounts ist es ganz eindeutig, dass das, was geposted wird, nicht ganz der Realität entspricht. Solange man selbst noch dazwischen unterscheiden kann, finde ich es okay, aber wenn es dann ins Kranke ausartet, sollte man sich von solchen Accounts lieber fernhalten. Schöner Beitrag, hat mich zum Nachdenken angeregt :)

    Liebe Grüße ♥
    Rica von iivory beauty

  • Reply
    Laura
    17. Mai 2016 at 21:00

    Für mich ist es einfach wichtig fit zu sein und mich halbwegs gut zu ernähren! Da muss man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man mal ein Stück Kuchen ist (Btw habe ich gerade ein Stück Käsesahnetorte neben mir liegen und das um 22Uhr! ;D). Meiner Meinung nach kann man alles durch Sport kompensieren, da darf man dann auch mal Pizza oder Nudeln essen;)

    <3

    Laura
    http://elluehm.com

  • Reply
    Ramona
    18. Mai 2016 at 9:35

    Liebe Julia,
    gut geschrieben und du sprichst mir aus der Seele!
    Danke!
    Mehr kann ich dazu gar nicht sagen. :)

    Liebe Grüße,
    Ramona

  • Reply
    Patty
    18. Mai 2016 at 12:27

    Wow das sieht so lecker aus, deine Bilder sind toll geworden :)

    Liebe Grüße :)
    Measlychocolate by Patty

  • Reply
    Thao
    18. Mai 2016 at 20:29

    Ein interessanter Post.
    Ich sehe es ähnlich wie du. Es kann Segen und Fluch sein. Einerseits ist es toll, dass momentan so viele Menschen sich um die Gesundheit bemühen und sich für einen besseren Lifestyle interessieren. Andererseits gibt es auch wirklich viele Accounts, die es zu perfekt machen und man sich dann noch schlecht fühlt, wenn man einen Fehler begeht.
    Ich kenne ein paar Leute, die die Vorher-Nachher-Bilder nur motivieren, andererseits auch viele, die dem ganzen Fitnesszeug entfliehen wollen und deswegen vielen unfollowed haben. Ich denke man muss da einfach seinen Weg finden und sich bewusst machen, dass es Perfektionismus nicht gibt. Fails zeigt Instagram nicht oft, was schade ist, denn das ist einfach Realität.

    Was mich eher frustriert momentan ist, dass viele hübsche, dünne Frauen ständig Burger essen gehen, keinen Sport machen und trotzdem total dünn bleiben Q_Q

    LootieLoos Plastic world

    • Reply
      Agatha
      27. Dezember 2016 at 8:34

      The’ers nothing like the relief of finding what you’re looking for.

  • Reply
    Franzy
    22. Mai 2016 at 10:40

    Ganz deiner Meinung meine Liebe!!
    Ich folge exakt einem Fitnessaccount und das ist Fit-trio. Kennst du die beiden? :) Denn da gibt es super Workout Ideen aber auf eine gesunde Art und Weise und ohne Schlankheitswahn.
    Ich gehe super gerne zum Sport, da ich mich danach einfach viel besser fühle und Spaß daran habe. Aber auf tolles Essen kann und will ich nicht verzichten, dafür ist das Leben einfach zu kurz, oder?!
    Bleib wie du bist Maus, du bist wirklich toll und ich liebe deine Blogposts! :-)

    Kussi Franzy von http://www.fashionforffranzy.com

  • Reply
    Tamara
    3. Juni 2016 at 21:59

    Ich versteh dich total. Ich habe auch schon mega oft meinen Lesern auf meinem Blog mitgeteilt, dass ich das Training liebe, ich liebe es 5 mal die Woche Sport zu machen, ich liebe auch meine Proteinpulver, weil sie mir gut schmecken und ich so meinen Proteinbedarf decken kann (ohne würd ichs nie schaffen). ABER ich liebe auch meine TÄGLICHEN Naschereien. Ich liebe Schokolade und Kuchen, ich liebe Pizza und Burger und Pommes und Eis. Ein Mcflurry nehme ich auch immer MIT Caramel. Ich bin auf Instagram zwar eher als Food- und nicht Fitnessaccount vertreten, aber ich sage auch immer und immer wieder dass man sich zu NICHTS zwingen sollte. Kein schlechtes Gewissen soll man haben, wir leben nur ein mal und dieses eine Leben ist VIEL ZU SCHADE um nicht mal zu naschen. Man muss ja nicht übertreiben, man sollte nur die Balance finden. Ich habe es durch Sport und gesunder Ernährung geschafft, fast 10 kg zu zunehmen. Nun habe ich auch nach meinen Naschereien kein schlechtes Gewissen mehr. Ich sehe auch viele Fitness Instagramaccounts die ihre Lebensweise vielleicht nicht falsch vermitteln, aber extrem verschmückt und perfekt darstellen. Vielleicht ist das auch bei manchen der Fall, aber ich würde einfach den Accounts nicht folgen, wenn es mich stört. Werde dir mal so richtig bewusst, was du für dich und deinem Körper willst, welcher Sport denn der geeignete für dich ist – es soll ja schließlich auch Spaß machen :)

    Liebe Grüße,
    Tamara | brunettemanners

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