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Instafame – Interview mit Anna von elle_menope

Als ich mir Instagram das erste Mal herunter geladen habe, da hätte ich niemals gedacht, dass man damit mal Geld verdienen könnte. Auch über Kooperationen habe ich noch nicht nachgedacht. Doch mittlerweile, da würde ich mich nicht einmal wundern, wenn das Wort „instafame“ noch ins Wörterbuch aufgenommen wird. Aber wie wird man eigentlich instafame? Ich habe mich mit Anna von elle_menope darüber unterhalten, der mittlerweile über 23.000 Leute auf Instagram folgen..


Instafame – Ein Interview mit Anna von elle_menope:

Hallo Anna! Danke, dass du dich zu diesem Interview über Instagram bereit erklärst! Erzähl doch mal, wie bist du denn zu Instagram gekommen?

„Erst einmal vielen lieben Dank, dass du mich gefragt hast und natürlich Hallo! Ich bin eigentlich schon vor ca. 2 Jahren durch eine Freundin auf Instagram aufmerksam geworden. Allerdings hatte ich die erste Zeit überhaupt keinen Plan, wie die App eigentlich funktioniert. Demensprechend sah auch mein Feed aus – total verplant und ohne Konzept, einfach eine Abfolge grottenschlecht fotografierter Bilder aus meinem Leben.“

Hast du dir damals schon Gedanken darüber gemacht, wie es wäre, fame zu werden und Kooperationen angeboten zu bekommen?

„Wie gesagt, am Anfang war ich mir noch nicht einmal bewusst, wer da eigentlich alles meine Bilder sehen kann – geschweige denn, was sich mit Instagram in den sozialen Medien erreichen lässt. Natürlich habe ich z.B bei @mashasedgwick – eine meiner ersten Bloggerin der ich gefolgt bin – mitverfolgen können, was einem mit einem gewissen Bekanntheitsgrad erwartet.

Bewusst darüber nachgedacht oder es gar angestrebt, jemals auch nur annährend (Masha hat über 100k Follower bei Insta!) selbst in die Lage zu kommen – nein.

Deine Follower-Zahlen steigen rasant – was ist deine („Instafame“)-Strategie?

„Ich habe keine. Ich poste einfach das, was ich möchte, wie ich bin, wie mich jeder kennt. Dass mir Mode Spaß macht war schon immer so und das versuche ich in meinem Feed einfach rüberzubringen. Die Follower-Zahlen sind mir da im ersten Moment total egal – im zweiten dann aber eine unfassbare Bestätigung über die ich mich natürlich sehr freue.

Ich bin der Meinung, dass sobald man eine bestimmte Strategie fährt um mehr Follower zu bekommen, man an Authentizität und Glaubhaftigkeit verliert. Und macht das dann überhaupt noch Spaß sich jedes Mal nur für Fotos in eine Rolle zu werfen, jetzt mal ehrlich? Mir wäre das schlichtweg zu anstrengend.“

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Du trägst ja auch gerne mal teure Marken wie Louis Vuitton oder Chanel. Denkst du denn, dass es auf Instagram ein wichtiger Aspekt für Fashionblogger ist, Marken zu besitzen und auch regelmäßig zu zeigen?

„NEIN! Und das muss ich ganz klar betonen. Ich gönne mir ab und zu das ein oder andere Designerteil, das stimmt. Gekauft wird eine Tasche aber nicht für Instagram sondern für einen SELBST. Natürlich ist es schön, wenn man bei einer berühmten Bloggerin mitverfolgen kann, welches Chanelmodel sie sich als nächstes anschafft (Ich weiß, dass die meisten Mädels sehr hart dafür arbeiten und sparen!) – es ist aber definitiv für die wenigsten alltäglich 1000€ oder mehr für ein Stück Stoff hinzublättern.

Das wird bei Instagram leider manchmal etwas falsch bzw. zu nachlässig vermittelt. Das es aber auch ganz ohne teuren Designerfummel funktioniert hat für mich z.B Nina von @high__5__ gezeigt.“

Du hast – soweit ich weiß – nie irgendwelche Shoutouts oder Ähnliches gemacht. Dabei ist das mittlerweile ja fast Teil des Instagram-Business, um sich nach oben zu kämpfen. Wieso hast du dich dagegen entschieden?

„Ganz einfach: Mir geht es nicht um irgendwelche Zahlen da oben in der Leiste. Ich finde es so schade, dass sich das zu einem riesigen Business entwickelt hat und sich sogar schon ganze Firmen mit dem Thema „Boost your Follower“ befassen. Lieber einen ehrlichen, realen Follower mehr als 1000 Maschinen oder?

Außerdem finde ich Shoutouts mittlerweile einfach nur total nervig, da meistens keine ernstgemeinten Empfehlungen mehr dahinter stehen, sondern eben nur noch dieser Gedanke an Zahlen. Dieses ganze SFS-Ding ist mir vielleicht auch einfach zu kindisch – ich weiß nicht mal wie man das macht *lach*Und bringt das überhaupt so viel?“

Wie hast du dich durch Instagram verändert? Bist du immer noch die selbe Person, wie ganz am Anfang?

„Die Frage kann ich nicht beantworten. Das können die Menschen mit denen ich täglich zu tun habe viel besser! “

Ich weiß, dass du selbst ein sehr kritischer Mensch bist und Instagram ebenfalls hinterfragst. Was meinst du, wo die Nachteile der Plattform liegen?

„Das ist richtig. Ich sehe das ganze ja auch als mein eigenes kleines „Anthropologie-Projekt“. Der größte Nachteil ist meiner Meinung nach gleichzeitig der größte Vorteil – je nachdem aus welcher Sicht man es betrachtet. Der Einfluss von sozialen Medien ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass es neben TV die größte Werbefläche bietet – und das mehr oder weniger kostenlos. Für Unternehmen und Dienstleister ein absoluter Traum – für junge Mädels und Jungs auf der Suche nach sich selbst aber ganz schnell ein Albtraum, da ja quasi im Sekundentakt neue Einflüsse auf einen einprasseln.

Das wird selbst mir als „gestandene Frau“ (im Herzen natürlich immer noch 6 Jahre alt )manchmal zu viel. Da wird man einfach sehr schnell zum „Verpackungsopfer“ oder bekommt total utopische Vorstellungen, wie ein Leben auszusehen hat. Und das ganze wird eben nicht von einem Hollywoodstreifen vermittelt, sondern von vermeintlichen Mädels und Jungs von Nebenan. Das ist meiner Meinung nach sehr gefährlich, da man schnell den Bezug zur Realität verlieren kann.“

Wie viel Zeit investierst du pro Woche in die App?

„Da ich immer nur die Looks ablichte, die ich eh den ganzen Tag trage: Ca. 3 Stunden + ca. 5 Stunden für liken und kommentieren unteranderem deiner tollen Bilder “(Oh, danke liebe Anna!)

Was würdest du Mädels mit auf den Weg geben, die heute mit dem „Insta-Bloggen“ anfangen wollen und vielleicht sogar instafame werden wollen?

„Bleibt euch treu und verstellt euch nicht. Instagram sollte lediglich eine Möglichkeit sein, um aus dem tristen und nicht immer sonnigen Alltag ausbrechen zu können. Sozusagen ein virtueller Urlaub.“

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Was wird in 5 Jahren sein? Existiert Instagam noch? Und wenn ja, bist du noch ein Teil davon?

„Puh, das ist sehr schwer zu sagen. Ich kenne noch die Zeit, in der es einen riesen Hype um Myspace gab. Letztendlich sind alle von dort zu Facebook gezogen und nun von dort zu Instagram. Jetzt geht es ja schon weiter mit Snapchat und Co. – also gibt es in 5 Jahren vielleicht ja „Snapagram“ oder so. Aber wenn ich das wüsste, säße ich jetzt sicherlich in haufenweise Designerfummel irgendwo an der Börse.“

Wie machst du deine Fotos für Instagram? Hast du Tipps für Anfänger?

Licht ist alles! Lasst das viele filtern und macht eure Fotos lieber am Tageslicht.“

Das Foto ist gemacht und du willst es posten – wie geht es weiter? Womit bearbeitest du deine Bilder, was taggst du, welche Hashtags verwendest du?

„Ich bearbeite meine Bilder ausschließlich über Instagram. Alles andere ist mir zu anstrengend und bei über 17.000 Fotos auf dem Handy möchte ich dann nicht wirklich jedes einzelne noch doppelt abgespeichert haben. Bei den Hashtags bin ich auch eher unkreativ und greife gerne auf die Standards zurück (#ootd #wiwt #instablogger). Was ich sehr schön finde ist, wenn man die Sachen auf dem Bild direkt mit der Marke taggt – so findet man alles sofort und kann es bei Interesse gleich nachshoppen.“

Wie wichtig ist dir Interaktion auf Instagram? Konntest du durch die App schon Freundschaften schließen?

„Interaktion ist doch eigentlich der Sinn hinter der App oder? Ich lade etwas hoch, um Teil einer riesen Community zu sein und mich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und eventuell anzufreunden. Wobei Letzteres meiner Erfahrung nach sehr selten ist, da es doch eher oberflächlich zugeht – was ich selbst aber keinesfalls als schlecht empfinde. Man muss sich dessen nur immer bewusst sein.“

Abschließend: Wenn du den Instagram-Entwicklern etwas mitteilen dürftest, was wäre es?

„Lasst bitte diese unnötigen Werbeschaltungen in der Timeline. Es nervt total!“


Instafame – Annas Strategie:

Erst einmal noch ein großes DANKESCHÖN an Anna, die meine Fragen in nur wenigen Stunden beantwortet hatte! Sie war auch wirklich meine erste Wahl für dieses Interview, da ich sie so wahnsinnig authentisch finde. Und ich kann ihr nur Recht geben, dass daher vermutlich auch ihr Erfolg kommt: Sie verstellt sich nicht, sie spielt keine Rolle, sie verwendet keine Strategien um mehr Follower zu bekommen. Und zwischen all den instafame-geilen Mädels finde ich das wahnsinnig sympathisch und denke, wir können uns alle ein Beispiel an ihr nehmen!

Was haltet ihr vom Thema „Instafame“ – Und wollt ihr öfter Interviews lesen? Schreibt es mir!

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9 Comments

  • Reply
    Sarah
    19. Juni 2016 at 18:01

    Wie süß, dass du ein Interview mit ihr gemacht hast! Sie hat in allem was sie sagt. Sie ist so authentisch und süß, was auch der Grund ist warum ich sie so gerne verfolge ?

    LG Sarah ❤️

    http://www.mrsseytschlife.com

  • Reply
    Marie
    19. Juni 2016 at 18:49

    Interessantes Interview. Bestätigt meine Meinung zu dem ganzen Instafame. Wenn dus drauf hast und richtig erzogen wurdest, dann hast dus drauf. Es gibt Menschen denen fliegt einfach alles sozusagen zu. Die werden erfolgreich. Und dann gibt es noch die Menschen die sich hocharbeiten und es schaffen. Und dann gibt es da noch mich: bei mir wird das nie was. Nicht das ich unbedingt Instafame werden möchte. Das wäre mir viel zu anstrengend :D Aber auch ich könnte mich wie sonst was anstrengend und es würde nix nützen, da ich nicht das gewisse Etwas an mir habe :)

    Lieben Gruß ♥

  • Reply
    Ivi
    19. Juni 2016 at 20:26

    Wow ein tolles Interview :) jaja, so ein wirkliches Geheimnis gibt es wohl nicht. Manchmal wundert man sich echt, was die Leute toll finden und das sind meistens Bilder, die man selbst für „nicht so knorke“ erachtet! ;-)

    Liebe Grüße
    Ivi von http://www.fashion-ahoi.com

  • Reply
    Inga
    20. Juni 2016 at 10:05

    Sehr Interessantes Interview! Kann mich an ihre Antworten anschließen

    Liebste Grüße

    http://ingaavenue.com
    Inga

  • Reply
    Louise
    20. Juni 2016 at 10:20

    In einer Zeit, in der sich jeder Follower kaufen kann, ist „instafame“ ja ein sehr grenzwertiges Wort. Was nützen einem 100k falsche Follower, wenn man 100 echte haben kann, die wenigstens auf deinen Feed agieren?
    Ich liebe Instagram, und stöbere jeden Tag dort herum. Man findet dort so viel Inspiration!

    Liebe Grüße! :)
    Louise von http://www.jovialouise.com

  • Reply
    Thao
    20. Juni 2016 at 14:34

    Ein sehr interessantes Interview :)
    Und sie wirkt super sympathisch!

    http://www.lootieloosplasticworld.de

  • Reply
    Sarah-Allegra
    29. Juni 2016 at 6:28

    Ein spannendes Interview mit der lieben Anna, die ich übrigens auch sehr authentisch und lieb finde!

    xx Sarah-Allegra
    http://www.fashionequalsscience.com

  • Reply
    Esra
    17. Juli 2016 at 17:46

    Hm, ehrlich gesagt finde ich das Interview überhaupt nicht informativ. Liegt wohl daran, dass die Dame diplomatischer ist, als authentisch… Sorry, der Tipp „bleibe du selbst“ für mehr Follower auf Instagram zieht heute sowas von gar nicht! Wird aber nur am Rande erwähnt, dass sie 5 Stunden pro Woche liked und kommentiert (das ist fast eine ganze Stunde pro Tag) – und das hat auf jeden Fall Auswirkungen auf die „ach so unwichtige“ Zahl da oben…
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

    • Julia
      Reply
      Julia
      17. Juli 2016 at 18:03

      Da ich Anna kenne weiß ich, dass sie wirklich nicht diesen ganzen Instagram-Film schiebt wie die meisten – also genau so wie in diesem Interview habe ich sie auch kennen gelernt.
      Aber danke für die Kritik :)

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