Modelblogger sind oberflächlich

Modeblogger sind oberflächlich!

Modeblogger sind oberflächlich. Zumindest scheint dies die Ansicht einiger „Nicht-Modeblogger“ zu sein. Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die bei dem Satz „Ich führe einen Lifestyleblog über Beauty und Fashion“ erst einmal leicht belächelt wird. Sobald dann aber das Thema darauf kommt, dass ich manche Dinge geschenkt bekomme, wird das Gegenüber plötzlich hellhörig und ist sehr interessiert, aber das ist ein anderes Thema.  Leider gibt es dieses Klischee immer noch, dass Menschen, die sich für Mode interessieren, eher oberflächlich und nicht ganz so intelligent sind. Deswegen möchte ich heute mit euch darüber reden, wieso ich mich für Mode interessiere und gerne darüber schreibe.


Das ist Mode für mich:

Vielleicht habt ihr den Fashionpost gesehen, in dem ich euch zwei verschiedene Outfits zum Thema „Evil Twins – Good Girl vs. Bad Girl“ gezeigt habe. Beim Bearbeiten der Fotos bin ich auf den Gedanken gekommen, dass genau das eigentlich das Wesentliche ist, wieso ich Mode liebe. Ich kann sein, wer ich will. Ich muss mich nicht festlegen.

Wie oft im Leben stehen wir vor wichtigen Entscheidungen? Wir entscheiden uns für einen Studiengang, einen Job, einen Partner, eine Lebensweise, oft gibt es nunmal keine Kompromisse. Ich kann nicht sagen, dass ich eine Mischung aus drei Studiengängen studieren möchte oder meine Chefin bitten, mich nur noch ein Mal im Monat einzuteilen, weil ich gerne noch 5 andere Jobs ausführen möchte. Meistens muss nunmal eine Entscheidung getroffen werden, sei es auch nur, ob man am Abend eine Portion Pommes und Burger, oder einen Salat essen möchte.

Klar, man muss sich auch jeden Tag festlegen, was man anzieht, 5 Shirts auf einmal sind nicht wirklich möglich oder sehen ziemlich dämlich aus, aber wenn man die neuen Lieblingsschuhe nicht heute anzieht, dann eben morgen. Man kann sich jeden Tag neu erfinden. Wie das wohl in der Arbeitswelt wäre? Heute im Einzelhandel, morgen im Büro, den Tag darauf plötzlich etwas handwerkliches – nicht wirklich durchführbar!

Selbstbewusstsein durch Mode?

Zurück zur Mode. Was ich an Fashion mag, ist, dass ich an einem Tag elegant, aber am anderen Tag edgy sein kann und ich mich nicht festlegen muss, sondern je nach Lust und Laune entscheiden kann, was ich trage. Außerem trägt Kleidung nunmal viel zum Selbstwert bei, die Erfahrung habe ich zumindest gemacht. Wenn ich meine Lieblingsteile trage, fühle ich mich wahnsinnig wohl, doch wenn ich Stücke trage, die nicht richtig passen oder die unvorteilhaft sind, dann fühle ich mich nicht so selbstbewusst, wie vielleicht im ersten Szenario. Mal davon abgesehen, kann man bis zu einem gewissen Rahmen bestimmen, wie die Mitmenschen einen sehen. Wenn ich besonders selbstbewusst wirken möchte, trage ich zum Beispiel gerne meinen Hut oder Plateaustiefel – und tatsächlich werde ich dann viel eher als Modeblogger wahrgenommen.

Ich denke, Mode hat auch immer viel mit Kreativität und Selbstfindung zu tun. Natürlich kann man eine Jeans, ein weißes T-Shirt und Chucks tragen, aber mit ein bisschen Fantasie kann man jedes Outfit zu etwas Außergewöhnlichem machen. Man kann ich dauernd neu entdecken, sich austoben, einfach Spaß haben!

Modeblogger sind oberflächlich?

Stimmt nicht. Klar, es gibt mit Sicherheit auch Modeblogger, die nur auf’s Äußere schauen und sich nicht dafür interessieren, wie es im Inneren eines Menschen aussieht. Aber das ist ja wohl nicht nur bei Bloggern so, solche Menschen gibt es schließlich überall, in jedem Business. Viele Blogger, die ich kennengelernt habe, sind super liebe Menschen, mit denen man sich auch sehr gut über andere Themen unterhalten kann und die einen nicht gleich verurteilen, wenn man in Jogginghose und Hoodie rumrennt. Nur, weil sie ein Hobby haben, dass sich mit dem Äußeren beschäftigt, heißt das ja nicht, dass sie nur darauf wertlegen, oder? Stattdessen ist Mode ja oftmals sogar das Gegenteil und es wird sich besonders mit den inneren Werten eines Menschen beschäftigt, um diese anhand von Kleidung ans Äußere zu bringen. Und das hat für mich überhaupt nichts mit der Aussage „Modeblogger sind oberflächlich“ zu tun!

Charakteranalyse durch Mode?

Darüber habe ich vor einer Weile einen Beitrag auf The Rubin Rose gelesen, der mich sehr interessiert hat. Dort hat Vivian nämlich über den Ausdruck einer Persönlichkeit in der Mode geschrieben und versucht, ihr Outfit ihren Charaktereigenschaften zuzuordnen. Spannend, oder? Daraufhin habe ich mir Gedanken gemacht, wie mein Modegeschmack und mein Charakter zusammen passen und ich habe tatsächlich einige Parallelen gefunden. Wie ist das bei euch? Und wenn ihr euch meine Outfitposts anseht, welchen Charakter würdet ihr mir zuordnen?

Allgemein würde mich wahnsinnig interessieren, was ihr von diesem Vourteil „Modeblogger sind oberflächlich! haltet, oder ob ihr vielleicht sogar schon einmal mit diesem Vorwurf konfrontiert worden seid. Außerdem würde ich total gerne wissen, ob ihr mehr von „Meinem Weg zum persönlichen Stil“ wissen wollt & ob ihr euren schon gefunden habt. Schreibt es mir!

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11 Comments

  • Reply
    Rona
    24. Juni 2016 at 7:37

    Sehr schön geschrieben! An einer Stelle musste ich besonders schmunzeln: Das Phänomen „Hut=Modeblogger“ kenne ich nur zu gut. Für mich macht Mode einfach Spaß und es motiviert mich, auch z.B. zur Uni ein cooles Outfit anzuziehen – das versteht dann keiner.

  • Reply
    Mademoiselle_Paris
    24. Juni 2016 at 8:33

    Schubladen denken und Neid sind gerade in diesem Bereich (leider) ein großes Thema. Ich glaube da braucht man eine „dicke Haut“.
    Ich finde aber gerade bei dir kann man doch ableiten, dass in deinem hübschen Köpfchen nicht nur Schuhe und Konsum existieren! ;-)

  • Reply
    Nicht-Mode-Blogger
    24. Juni 2016 at 11:49

    Sollte man in seiner Funktion, und nur in dieser, als Mode-Blogger in gewisser Weise Oberflächlich sein?
    Es kann schließlich nicht jeder von Äußerlichkeiten auf innere Werte oder Taten deduzieren wie Sherlock Holmes!

    MfG ein nicht Mode-Blogger

    • Reply
      Nicht-Mode-Blogger
      24. Juni 2016 at 11:51

      ‚Sollte man nicht*[…]‘ ^.^‘

  • Reply
    Sarah-Allegra
    24. Juni 2016 at 12:21

    Ein toller Post, liebe Julia! Ich habe im Allgemeinen auch das Gefühl, dass das Klischee, der Oberflächlichkeit gegenüber des Fashionbusinesses doch immer noch äußerst existent ist … Genau deswegen und ob meines Berufes weiß auch niemand außer meiner Familien und engen Freunden (und andre Blogger), dass ich selbst blogge. Ich versuche diese Seite meines Lebens aufgrund des Klischees wirklich möglichst strikt fern von meiner Berufswelt zu halten, auch, weil ich Angst habe, dass ich auf Kollegen nicht mehr seriös wirke. Schade eigentlich, oder?

    xx Sarah-Allegra
    http://www.fashionequalsscience.com

  • Reply
    Carolin
    28. Juni 2016 at 20:37

    Ich stimme dir da absolut zu! Man kann nicht sagen, dass Modeblogger generell oberflächlich sind – klar gibt es Ausnahmen, aber die gibt es überall :)

    Wenn du magst, schau doch gerne mal auf meinem Blog vorbei: http://nilooorac.com/

    Liebe Grüße

  • Reply
    Melinda
    3. Juli 2016 at 15:57

    süss <3

  • Reply
    Katharina
    4. Juli 2016 at 20:18

    Dieses Gerücht Modeblogger wären oberflächlich, ist meiner Meinung nach schon wieder überholt. Wie du richtig sagst, heißt es ja nicht, dass ich mich nur auf Äußerlichkeiten konzentriere, nur weil ich ein Hobby habe, das sich um Mode dreht. Ich finde viel mehr, dass Mode oft auch Ausdruck unseres Inneren ist. Fühle ich mich mies, würde ich nie in High Heels und Spitzenkleid daherkommen, sondern eher in Chucks und Kapuzenshirt.

    Bei mir ist es definitiv auch so, dass mein Modegeschmack einiges von meinem Charakter wiederspiegelt. Ein interessantes Thema!

    Liebste Grüße
    Katharina
    von http://somekindoffashion.de

  • Reply
    Esra
    17. Juli 2016 at 17:33

    Ich blogge seit 6 Jahren. Die ersten 4 davon war ich auch der Meinung, dass es nur ein Klischee ist. Mittlerweile weiß ich – es lag nur daran, dass ich in der Szene nicht so tief drin und nicht so viel unterwegs war. Je länger dabei bin – desto klarer ist es – Ausnahmen bestätigen die Regel. Leider!
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

  • Reply
    Die 5 größten Blogger Klischees - JULIARY
    31. Juli 2016 at 16:41

    […] gibt immer solche und solche. Modeblogger sind nicht immer oberflächlich, Makler nicht immer Arschlöcher, Ökofreaks nicht immer Drogendealer und Blogger allgemein nicht […]

  • Reply
    Jahresrückblick 2016 - juliary
    31. Dezember 2016 at 14:11

    […] ich der Anti-Fashionblogger?„, „Die 5 größten Blogger-Klischees„, „Modeblogger sind oberflächlich„, „Zu dick zum Bloggen!„, „Blogger sind gierige Rich-Bitches„), […]

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