Berliner Lifestyle

Der Berliner Lifestyle hat mich verändert! | Outfit

Ich möchte nicht behaupten, nach nur einer Woche Fashion Week den Berliner Lifestyle in seiner Gänze begriffen zu haben. Vermutlich muss man dafür wirklich lange in Berlin leben. Doch ich habe bemerkt, dass sich in dieser Woche etwas in mir verändert hat. Eine Veränderung, die mir sehr gefällt. Und eben diese Veränderung möchte ich mit euch teilen!


Der Berliner Lifestyle hat mich verändert!

I don’t care!

Und plötzlich sitzt man mit der Sonnenbrille in der U-Bahn und denkt sich „Meine Güte, ist das albern„, einfach nur, weil man das von daheim so kennt. Aber.. wieso denn eigentlich nicht? Ich sehe durchgezecht aus, weil ich mich in den letzten Tagen kaum ausruhen konnte, also warum zur Hölle sollte ich mich nicht mit der Sonnenbrille in die U-Bahn setzen? Es interessiert einfach keinen. Vermutlich könnte ich 5 Sonnenbrillen gleichzeitig aufhaben und es würde Niemanden interessieren. Ist das nicht herrlich?

Ich meine, ich komme jetzt nicht aus dem allergrößten Kaff. Ich wurde jetzt nicht wegen jeder kleinen Modesünde (ohhh, und davon gab es viele!) schräg angeschaut, aber ich habe mich selbst immer zu sehr verglichen. Was tun andere, was tragen andere, wie geben sich andere? Und wenn wir ehrlich sind, dann ist das in einer Kleinstadt schon alles sehr angepasst. Ja selbst in Nürnberg ist es das noch. Man fällt so schnell auf, tanzt aus der Reihe, und damit meine ich nicht diese erzwungene Hipster-Scheiße.

Berliner Lifestyle Berliner Lifestyle

Hilfe zur Selbsthilfe

In Berlin ist das irgendwie anders. Klar, in vielen Großstädten hat man diese Anonymität, in London war das beispielsweise nicht anders. Aber trotzdem hatte ich in 3 Monaten London nie dieses Gefühl, das ich in Berlin hatte. Ich finde es wirklich schwierig, diesen Berliner Lifestyle greifen zu können. Eine Freundin von mir – der wohl größte Berlin Fan, den ich kenne – hat es einmal recht passend formuliert. „In Berlin ist es so, als wären ganz viele unterschiedliche Städte zu einer Stadt zusammen gewürfelt worden“ und das trifft es eigentlich ziemlich gut. Man muss nicht nur schickimicki sein, nicht nur alternativ oder punkig, du kannst alles sein. Weil Berlin auch alles ist.

Die Welt ist alles, was nicht ich bin. Was nicht nur alles außerhalb von mir selbst ist, sondern auch vieles in mir.

Schachmatt, Stephen L. Carter

Vor einigen Jahren habe ich dieses Zitat in einem Buch gefunden, und es hat sich für immer in meinen Kopf gebrannt. Und vermutlich spiegelt dieses Zitat genau den Berliner Lifestyle wieder, zumindest aus meiner Sicht. Ich habe dort nämlich das Gefühl gehabt, einen Teil von mir in Berlin hinein zu legen und mich aber auch durch Berlin inspirieren und motivieren zu lassen. Ich habe dort so viel Kraft und Kreativität gesammelt, habe den Mut entdeckt, neue Dinge auszuprobieren und den Willen, etwas in meinem Leben zu verändern. Ich hatte das Gefühl, dass Berlin mir dabei hilft, mich selbst kennenzulernen.

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Jeansjacke: Pull & Bear | Brillen: H&M und Gina Tricot | Kleid: Unknown

Rucksack: Mi-Pax | Socken: Monki | Sneaker: Nike Air Force Low

Das habe ich mit nach Hause genommen:

Ich muss gestehen, meine Lust auf Mode ist kurzzeitig ein wenig eingeschlafen, doch der Berliner Lifestyle hat mich aufgeweckt. Das Ding ist doch das: Auf Modeblogs hast du diese Trendmode – Culottes, Offshoulder, Mules, irgendwie sieht man online immer das selbe. Und das ist auch klar, schließlich möchte man als Modeblogger auch die aktuellen Trends vorstellen und tragen. Doch irgendwann, da wird das einfach langweilig. Auch hier, in der Kleinstadt, tragen alle das selbe – in abgewandelter Art.

Zwei geflochtene Zöpfe? Cool! Leggins? Bomberjacken? Sneaker? Birkenstocks? Finde ich alles cool, ehrlich. Aber wo ist der persönliche Touch? Ich möchte nicht behaupten, dass ich mega den individuellen Style habe – aber die Leute in Berlin, die haben es. Und eben das inspiriert mich. Ich möchte mir nicht Trends abschauen und umsetzen, ich möchte meinen Look. Und meinen Look auch hier zeigen.

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Bilder von Valentina, danke dafür!

Was haltet ihr vom Berliner Lifestyle? Habt ihr dieses Gefühl, das ich beschreibe, auch schon einmal erlebt? Schreibt es mir!

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16 Comments

  • Reply
    Helena
    17. Juli 2016 at 15:42

    Meine liebe Julia,
    ich bin gerade absolut geflasht von deinen Worten in diesem Post. Gerade vorhin habe ich auch ein kleines Travel Diary aus Berlin auf meinem Blog online gestellt und noch einmal die Zeit dort Revue passieren lassen. Man kommt wirklich nicht aus der Stadt zurück, ohne dass sich irgendetwas verändert hat. Auch wenn es nur ein winzig kleiner Teil ist. Berlin ist so mitreißend, so lebendig, so faszinierend und inspirierend, dass man das alles eigentlich garnicht in Worte fassen kann. Ich kann dir wirklich nur zustimmen was du über Berlin sagst. Auch wenn ich nicht auf der Fashionweek war, wo bestimmt noch einmal alles viel stylischer und modischer zugeht, finde ich auch, dass Berlin einfach individuell ist. Dass dort jeder so sein kann, wie er eben ist und sich nicht für einen extravaganten Style auslachen lassen muss. Ich habe das Gefühl, dass jeder Berlin sowieso schon alles gesehen hat und es keinen einzigen Grund zu Aufregung gibt. Genau das liebe ich unheimlich an der Stadt! :)

    Wirklich ein ganz ganz großartiger Post :)

    Allerliebste Grüße von Helena <3
    http://www.mouliakada.de

  • Reply
    Anna
    17. Juli 2016 at 16:46

    Wie sehr ein kurzer Tapetenwechsel einen doch beeindrucken und verändern kann! Ich kann mir vorstellen, dass Berlin genau dieses gewisse Etwas hat, das es dazu braucht – wie gern würde ich bald selbst mal dorthin.
    Das Outfit gefällt mir übrigens total gut, vielleicht sogar das Schönste, was ich auf deinem Blog bisher gesehen habe! <3 Ich hoffe, du behälst dir die Berlin-Kreativität noch eine ganze Weile bei dir :)

  • Reply
    nadi
    17. Juli 2016 at 16:48

    Also als Berliner finde ich den Post schlichtweg albern

    • Julia
      Reply
      Julia
      17. Juli 2016 at 16:50

      Du als Berliner kannst das vielleicht auch einfach nicht aus meiner Sicht betrachten ;)

    • Reply
      Esra
      17. Juli 2016 at 17:20

      Hey Nadi, dann wohn mal ne Zeitlang in Bayern, danach reden wir wieder ;)
      lg
      Esra

      http://nachgesternistvormorgen.de/

  • Reply
    Esra
    17. Juli 2016 at 17:21

    Liebe Julia, ich weiß, was du meinst! Ich mag diese Anonymität auch sehr gerne, denn München ist auch nur ein großes Dort mit sehr wenig Toleranz egal was gegenüber…
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

  • Reply
    Jasmin
    17. Juli 2016 at 18:04

    Die Fotos sind einfach nur der Hammer! <3

  • Reply
    Mo Warns
    17. Juli 2016 at 18:32

    Hallo Julia,
    Dein Artikel ist klasse und ich kann nachvollziehen was Du meinst. Bevor ich hier her gezogen bin (2006) bin ich 1x pro Woche extra nach Berlin gefahren um mich inspirieren zu lassen, aufzutanken und mich in der Anonymität ein Stück weit zu verlieren und zu verlieben. Jetzt wo ich hier lebe, habe ich das Gefühl der Freiheit immer noch, zwar nicht mehr ganz so stark, aber in einer Kleinstadt wieder leben zu müssen – oh nein, das ginge gar nicht. Der Berliner Style und Lifestyle ist einfach genial. Du hast Recht, wenn Du sagst – es schaut dich niemand schief an, egal was du trägst. es gehört einfach zu Berlin so zu sein, wie man sich heute gerade fühlt. Man kann sich styletechnisch komplett austoben, Couture mit Flohmarktklamotten, Upcyclingteilchen mit Designer-Tasche, schräg bunt oder Gothik-Schwarz – EGAL!!! Einfach herrlich! Und trotzdem kann man vielen Leuten eine Menge abschauen und an sich selbst ausprobieren. Nur Mut gehört manchmal schon dazu, gerade wenn man es selbst nicht so gewohnt ist. Anders zu sein als andere – ja gerne, und dann kann es auch hier schon einmal vorkommen, dass man gefragt wird: „Wo hast Du denn das Teil her?“ Macht Spaß! LG aus der Hauptstadt, Mo
    http://www.just-take-a-look.berlin

  • Reply
    Eva
    17. Juli 2016 at 20:23

    Ich war ja zeitgleich in Berlin, und das schon zum zweiten Mal, zwar zum ersten Mal zur Fashion Week, aber das ändert ja nix an der Stadt an sich. Einerseits gebe ich dir vollkommen recht, man sieht vieles, aber wird nie seltsam angeguckt, wie es in Erlangen doch ab und zu passiert, bzw. mir so vorkommt. Dennoch ist Berlin für mich irgendwie keine Stadt, in der ich mich 100% wohlfühle, mein Stil ist nicht extrem lässig, cool und individuell, ich mag das was aktuell ist, was mädchenhaft und dennoch klassisch ist, und ich habe das Gefühl, dass man mit so einem Stil irgendwie wieder nicht nach Berlin passt. Vielleicht ist es nur ein Gefühl, aber ich habe bisher jedes Mal, wenn ich in London oder sogar in München war eher das Gefühl gehabt, dass ich da hinpasse, als nach Berlin. Weil auch wenn es in Berlin keinen juckt, hab ich das Gefühl, dass das klassische nicht dorthin passt, alles Außergewöhnlich, Individuelle, ja, aber klassische Klamotten, bzw. nix ausgefallenes, oder wie man das, was ich trage sonst nennen mag, irgendwie nicht. Vielleicht bin es auch einfach ich, die dort nicht hinpasst? Kein Plan, aber ich habe mich bisher an keinem Tag in Berlin jemals so wohlgefühlt, wie in 2 Minuten in London! :)
    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  • Reply
    Mona // Fleur&Fatale
    18. Juli 2016 at 9:21

    Ach Julia… Ich weiß genau was du meinst.
    Ich glaube jeder „Blogger“ hat sich schon einmal Gedanken dazu gemacht, ob das, was er macht überhaupt individuell und cool ist. Ich frage mich häufig, wen interessiert, was ich anhabe.
    Die Kommentare unter den Bildern sind ja immer ganz nett, aber genau genommen sind das nur andere Blogger, die sich irgendwie bemerkbar machen wollen. Und dann kommt der Punkt, an dem ich wieder verstehe, wieso ich das Ganze mache.
    Weil ich eben nicht die Outfits inspirierend finde, die die neuen Trends zeigen, sondern die, die von einer Persönlihckeit kommen, die sich über die Zeit ihren eigenen Stil aufgebaut hat. Da gucke ich mir auch gerne was ab, speichere ein Bild, schreibe mir auf einen kleinen Wischzettel “ graue und weiße Kleidung=> Jeans!“ und muss dann dringend irgendwo genau das herbekommen, was das Outfit für ein Bild hinterlassen hat.

    Daher achte ich selbst klar auf Trends.. Aber eigentlich ist mein Kleiderschrank eher schlicht gehalten und Trends finde ich ab und zu mal schön, aber cool kombinierte Evergreens oder diese neu interpretiert sind in meinen Augen 10-mal mehr wert, als jetzt unbedingt Culottes tragen zu müssen.

    Whatever, ich weiß auf jeden Fall was du meinst, ich schweife hier schon wieder ab. Dieses Gefühl bekomme ich zB auch in München immer, weil da wirklich viele gut gekleidete Frauen rumlaufen und ich mir jedes Mal denke: „Mal ein bisschen mehr Klasse, das hat schon was!“. Oder Hamburg. Mag ich auch sehr gerne, was das angeht. Berlin ist komplett außer Konkurrenz. Dieses Gefühl, was du da bekommst, ist wie eine Kreativ-Infusion, die man erhält.

    Ich wünsche dir, dass du dieses Gefühl beibehälst. Das macht Spaß=)

    Alles Liebe,

    Deine Mona von
    Fleur & Fatale

  • Reply
    Modelirium
    18. Juli 2016 at 10:12

    megaschöne bilder!!!! große liebe <3

    und mit berlin ists mir ganz genau so gegangen. ich hab ein paar monate dort gelebt und danach war mir alles "scheißegal"- ein herrliches gefühl!

  • Reply
    Carolin
    18. Juli 2016 at 12:08

    Du hast das einfach so so treffend beschrieben! Ich war letztes Jahr im Sommer in Berlin und hatte da exakt das gleiche Gefühl, konnte es aber irgendwie nicht richtig ausdrücken. Berlin hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre und die prägt einen schon, wenn man nur ein paar Tage dort war :)

    http://nilooorac.com/

    Liebe Grüße

  • Reply
    Lisa
    19. Juli 2016 at 17:20

    Oh, nach Berlin möchte ich auch mal. Du hast mir richtig Lust drauf gemacht, vor allem, weil man dort einfach die Person sein kann, die man möchte. Das gefällt mir selbst auch voll gut. Das mit dem angepasst sein, kenne ich nur zu gut. Geht mir auch oft so. Wobei ich finde, dass auch Graz (wenn es im Vergleich zu Berlin auch ne „Kleinstadt“ ist) multikulturell ist und man dort auch irgendwie immer die Person sein kann, die man möchte. Trotzdem steht Berlin auf meiner Liste :)

    Liebste Grüße
    Lisa

  • Reply
    Selbstexperiment Vegan - "Ich könnte das nicht!" - JULIARY
    20. Juli 2016 at 17:13

    […] andere Alltag ist, war für mich immer eine furchtbar gruselige Vorstellung. Und dann kam ich aus Berlin zurück und teilte meinem Umfeld mit, ich würde jetzt vegan leben. Einfach so. Mehr zu meinem […]

  • Reply
    Tatjana
    20. Juli 2016 at 18:27

    Zuerst einmal liebe Julia, LIEBE ICH DIESE FOTOS! Du siehst umwerfend aus, tolle Ausstrahlung & ein super Look.
    Ich hoffe, dass man bald überall diese „Freiheiten“ erleben darf. Die Freiheit, einfach so zu sein wie man sein möchte weil es niemanden interessiert. Jeder inspiriert jeden & so sollte es auch sein :)

    Ich drücke dich.

  • Reply
    Célina
    21. Juli 2016 at 13:21

    Ich kann dich so gut verstehen. Mit geht es genauso. Ich komme auch aus einem ziemlich kleinen Dörflein und bin immer total hin und weg, wenn ich in eine größere Stadt komme. Ich hatte die Erfahrung, die du in Berlin gemacht hast damals in Barcelona. Es war einfach allen egal. Im schlimmsten Fall wurdest du nett beäugt, wenn du gut aussahst. Wenn nicht, einfach ignoriert.
    Ich finde diese Freiheit toll und muss mich selbst hier in meiner kleinen Stadt immer wieder dran erinnern.

    Und eins noch: Die Bilder sind der Hammer! (:

    Lieben Gruß,
    Célina von https://celinapehlke.de

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