Blogger Klischees

Die 5 größten Blogger Klischees

Ich bekomme immer noch oft den Eindruck, dass viele Leute in meinem Umfeld das Bloggen unterschätzen beziehungsweise sich darunter auch überhaut nichts vorstellen können. Schnell wird man in eine Schublade gesteckt und mit einigen Klisches konfrontiert – die guten alten Blogger Klischees. Und eben mit diesen Vorurteilen möchte ich heute Schluss machen!


Die 5 größten Blogger Klischees:

1. „Ich werde jetzt auch Blogger, da bekommt man alles geschenkt!“

Ich muss gestehen, ich reagiere mittlerweile oft ein wenig genervt, wenn ich diesen Satz höre und antworte auch manchmal mit einem schlichten „ja, dann mach doch„. Das wohl Beliebteste der Blogger Klischees ist nämlich, dass 5739348 Pakete am Tag bei uns einflattern (danke an alle, die dieses Klischee auf Snapchat auch noch fördern) und man absolut gar nichts dafür tun muss. Stuff for free! Mal davon abgesehen scheinen viele zu denken, man würde sich einen Blog erstellen und schon einen Monat später Produktproben bekommen. Und das ist absoluter Quatsch.

So ist es wirklich:

Ich hatte meinen ersten Blog, als ich 13 war und hatte damals noch keine Ahnung, was das Bloggen überhaupt ist. Bis ich dann irgendwann angefangen habe, meinen Blog als Business und auch als Hobby ernst zu nehmen und ihn immer weiter verbessert habe, hat es eine Weile gedauert. Es dauert nämlich wirklich lange, bis man sich einmal etwas aufgebaut hat. Das ist schon einmal der erste Punkt. Zweitens ist es nicht so, dass ich dauernd Sachen GESCHENKT bekomme, da oftmals eine Gegenleistung erwartet wird. Oft auch ohne Absprache, was mich immer in den Wahnsinn treibt.

Beispiel: Es flattert ein Paket bei mir herein, sagen wir mit einem Staubsauger. Ich war aber nie mit einer Staubsauger-Firma in Kontakt, aber die Agentur hielt es für eine gute Idee, mir den Staubsauger zuzuschicken und einen Zettel beizulegen. „Hallo Julia, hier Staubsauger XY, viel Spaß beim Testen, ich freue mich auf deinen Bericht„. WHAT? Es tut mir Leid, aber das geht für mich nicht klar, denn ein Staubsauger passt nicht in mein Konzept und es war nichts ausgemacht. Deswegen werde ich auch nichts darüber posten. Außer vielleicht, wenn der Staubsauger mein Leben verändert hat.

Ansosten scheinen viele meiner Mitmenschen zu denken, dass es total geil ist, Sachen zu bekommen und „nur ein Instagram Post“ dafür zu machen. Ja, ist es. Aber wie ist es mit Blogkooperationen? Bis man mal ein Konzept erarbeitet hat, die Bilder gemacht und den Post geschrieben hat, dauert es seine Zeit. Mal davon abgesehen von den Jahren, die es schon gedauert hat, den Blog aufzubauen und den fertigen Beitrag zu vermarkten, sprich auf Social Media zu posten. All das ist Arbeitszeit, die oftmals in Produkten bezahlt wird. Also nein Leute, GESCHENKT ist das für mich nicht.

 

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Uhr: OOZOO | Culotte: Monki | Tunika: Pull & Bear

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2. „Ich kenne dich, ich lese deinen Blog!“

Oftmals bekomme ich das Gefühl, dass viele Menschen in meinem Umfeld gar nicht mehr mit mir kommunizieren, wie etwas war oder wie meine Meinung zu etwas ist, denn sie kennen mich ja. Sie wissen schon, wie die Fashion Week war, sie haben es ja auf Snapchat gesehen. Und sie wissen, was ich zu Thema XY zu sagen habe, denn sie haben es bereits gelesen.

Doch dabei habe ich viel mehr zu erzählen, als das, was ich im Internet von mir gebe. Nicht alles von mir landet auf diesem Blog. Es gibt vieles, was ich hier nicht thematisiere, weil es für mich nicht hierher gehört. Deswegen finde ich es sehr schade, dass meine Erzählungen oft mit „Ja ich weiß, das habe ich bei Post XY schon gelesen“, kommentiert werden.

So ist es wirklich:

Nur weil ihr einen Blogger verfolgt, heißt das nicht automatisch, dass ihr ihn kennt, denn jeder kann sich seine Identität im Internet erschaffen. Jeder kann das von sich geben, worauf er Lust hat. Und ich finde, einen Menschen macht viel, viel mehr aus!

3. „Du machst doch jetzt eh erst 5204802 Fotos davon!“

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch Blogger können das Handy mal weg legen und müssen nicht immer alles fotografieren und dokumentieren. Ich halte das auch für sehr wichtig, denn man kann einfach nicht sein ganzes Leben in der virtuellen Welt verbringen. Klar, ich fotografiere oft und viel, schließlich macht mir das auch Spaß, aber deswegen bin ich noch lange nicht Smartphone-Süchtig.

So ist es wirklich:

Wir rennen nicht 24/7 mit dem Handy rum. Wir machen nicht dauernd Bilder. Wir sind nicht alle Smartphone-Süchtig. All das sind Blogger Klischees, mit denen wir endlich mal aufräumen könnten!

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4. „Du bist ja ungeschminkt!“

Ach was? Ehrlich? – Übrigens: Ich bin eigentlich 5 Tage in der Woche ungeschminkt. Viele scheinen immer noch zu denken, dass wir Blogger immer top gestylet rumrennen und uns auch dauernd zukleistern, aber das ist Quatsch. Ich habe null Probleme damit, auch mal in Jogginghose und ungewaschenen Haaren das Haus zu verlassen, weil ich eben auch Bequemlichkeit liebe. Na und? Darf ich das nicht, nur weil ich Blogger bin?

So ist es wirklich:

Blogger sind Menschen. Menschen sind manchmal faul und bequem. Und eben deswegen sind auch nicht Blogger dauernd gestylet und viele haben auch kein Problem damit, ungeschminkt auf einer Party aufzutauchen. Warum auch?

5. „Das machst du doch bloß für die Likes“

Ja genau. Ich esse seit einem Monat vegan, weil ich mehr Likes möchte. Das ist der Grund, nichts anderes. Es mag ja sein, dass manche Blogger berechnende Bitches sind, aber ich finde es manchmal echt zum Kotzen, dass uns oftmals sofort eine Strategie unterstellt wird. Vielleicht poste ich auf Instagram ja gerade nur, dass ich einen schlechten Tag hatte, weil ich tatsächlich einen schlechten Tag hatte und nicht, damit ich Mitleid bekomme und „real“ rüber komme? Oh, ich liebe diese Blogger Klischees.

So ist es wirklich:

Es gibt immer solche und solche. Modeblogger sind nicht immer oberflächlich, Makler nicht immer Arschlöcher, Ökofreaks nicht immer Drogendealer und Blogger allgemein nicht immer berechnend und likegeil, auch wenn ich das bei einigen nicht ausschließen möchte.

Blogger Klischees

Was lernen wir daraus?

Manche Blogger Klischees treffen zu, manche nicht. Doch all das kann man meiner Meinung nach definitiv nicht verallgemeinern und manchmal wäre es einfach ratsam, sich zu informieren und nachzufragen, anstatt immer die selben dummen Sprüche zu bringen, die oftmals eben einfach nicht zutreffen.

In dem Sinne: Mit welchen Blogger Klischees werdet ihr oft konfrontiert?

Bilder: Valentina

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10 Comments

  • Reply
    Iris
    31. Juli 2016 at 16:47

    Also ich werde innerhakb meines Bekanntenkreises auch doof angelächelt, im Sinne von: ja, das ist eh keine Arbeit. ‚Nein, ich sitze ja auch nie einenhalb Stunden am Laptop und bereite Posts vor.Nein. Nie.‘ Soetwas hasse ich.

    Toller Post & mega Fotos?
    Liebe Grüße, Iris (@irilicious_ auf IG)

  • Reply
    Vanessa
    31. Juli 2016 at 20:04

    Toller Post. Ich muss dir bei vielen Sachen wirklich zustimmen, vor allem mit den Bildern. Wenn ich mit freunden essen gehe sind viele oft genervt, weil ich erst mal ein Bild mache. Ich glaube es ist schwer zu verstehen, wenn man nicht selbst bloggt.
    Liebst, Vanessa

  • Reply
    Katharina
    31. Juli 2016 at 20:41

    Oft sind es die unausgesprochenen Klischees, die Leute in ihren Köpfen entwickeln. Bisher bin ich zumindest noch nie offen darauf angesprochen worden, dass ich das nur für die Likes mache oder dass ich oberflächlich bin, weil ich über Mode blogge. Aber bei vielen braucht es gar keine Worte, der Blick genügt.
    Ich finde es oft schade, dass sich die Menschen so wenig Gedanken machen, bevor sie sich ein Urteil bilden.
    Vielleicht treffen die Klischees auf einige zu, vielleicht auch ein paar auf mich – keiner ist perfekt – aber was ist schlimm daran? Leben und leben lassen, das wäre nett.

    Liebe Grüße
    Katharina
    __________
    http://somekindoffashion.de

  • Reply
    Dorina
    1. August 2016 at 11:37

    Gerade das mit den zigtausend Fotos kenne ich zu gut! Inzwischen werde ich eher doof angeguckt, wenn ich mein Handy mal nicht zücke und keine Fotos mache. :D

    Liebste Grüße
    Dorina // Adeline und Gustav

  • Reply
    Franzi
    1. August 2016 at 12:21

    Super Post und spricht mir aus der Seele! Gerade Punkt 1 und 3 kenne ich nur zu gut.
    Klar muss sich nicht jeder mit dem Bloggen auskennen, aber Vorurteile sind eben auch Mist.

    Ich werde manchmal gefragt, ob ich nicht für Produkt XY einfach mal einen Produkttest klar machen kann, weil die Person das Produkt unbedingt kostenlos will. Da kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln.

    Ich finde es schade, dass viele Blogger so abgestempelt werden und wie du schon schreibst, fördert Snapchat das ganze auch noch.

  • Reply
    Jean
    1. August 2016 at 14:08

    Very true..! Thanks for your clear statement.

  • Reply
    Tamara
    1. August 2016 at 16:48

    Ahh ich liebe diesen Post! Der ist so toll geworden, musste auch so schmunzeln manchmal. Ich kann dir einfach in jedem Punkt zustimmen! Ich blogge schon seit Jaaahren, selbst hoste ich seit November, habe mich sehr viel mit dem „professionellerem“ Bloggen beschäftigt, weil ich mich selbst auch ein wenig fordern wollte und es mir ja auch mega Spaß macht. Jetzt kommen auch öfter schon Anfragen von diversen Firmen. Aber ich hätte auch NIE NIE gedacht, dass so viel Zeit und Aufwand draufgeht – aber ich mach das ja gerne, das Bloggen ist immer noch mein Hobby!
    Manchmal höre ich von Menschen, dass es wichtigere Dinge gibt. Ja, gibt es. Aber für mich ist es wichtig, mit meinem Blog auszudrücken, dass man sein Leben leben sollte, nicht hungern soll, und sich nicht zum Sport zwingen soll, wenn man nicht möchte. Das empfinde ich als wichtig, und das kommt auch gut an.
    Ach, und einmal las ich auch Sachen wie „Boah du hast DEN Kuchen allein gegessen?“ und ich denk mir nur „äh ich bin sicher nicht die einzige die das ab und an mal macht (oder?!?!)“, nur weil ich Fitness-/foodbloggerin bin, heißt es nicht dass ich mega gesund esse (tu ich nie), und da kommen wir zu dem Punkt dass einige meinen, mich (oder dich) zu kennen :)

    Ich liebe diesen Post! Sowas lese ich gerne :)

    Liebe Grüße,
    Tamara | brunettemanners.at

  • Reply
    Alex
    1. August 2016 at 17:51

    Toll geschrieben, und mir kommt so vieles bekannt vor! Wobei viele meiner Freunde das ganze gar nicht so direkt mitbekommen, vor allem, weil ich so oft im Ausland unterwegs bin. Wenn sie mich dann mal besuchen oder ich bei ihnen bin, wundern sich viele darüber, das ich so oft auf Instagram und so weiter bin…aber auch nur, wenn wir uns wirklich mehrere Tage am Stück sehen. Denn ansonsten lege ich das Handy tatsächlich auch sehr gerne mal zur Seite!

    Liebe Grüße aus New York,
    Alex

  • Reply
    Ana
    4. August 2016 at 13:55

    Oh man du hast ja sooo Recht. Vor allem bei Punkt eins saß ich vor dem Bildschirm und habe nur genickt! Ich finde, wenn man für seine redaktionelle Arbeit nur mit Produkten bezahlt wird, ist das eigentlich sogar Abzocke – die Firma hat mehr davon, als du, denn die kosten die eigenen Produkte ja gar nichts. Deshalb: Ich glaube, viele sehen nicht ein, dass man als Bloggerin sowohl Projektleiterin, als auch PR, Fotografie, Redaktion, und IT machen muss. In einem Online Magazin regeln das +10 Mitarbeiter.

    Ich mag deinen Blog immernoch sehr sehr gerne;)
    xx Ana http://www.disasterdiary.de

  • Reply
    Andrea
    9. September 2016 at 16:26

    Richtig genialer Post! Ich bin nach einer langen Pause jetzt noch nicht so lange wieder am bloggen aber ich habe manschmal das Gefühl dass man total belächelt wird heutzutage…
    Ach du machst ein paar Bilder und fertig..dabei ist es einfach mal viel mehr Arbeit!

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