Konmari Methode

Selbstexperiment: Die Konmari Methode

Ich mag meine Wohnung nicht besonders. Sie ist zu klein und eng, sie ist furchtbar eingerichtet, sie bietet wenig Platz, um mich auszuleben. Doch es ist nicht die Wohnung, die mir zu schaffen macht, sondern all das Zeug, das ich hinein gestopft habe. Deswegen habe ich mir etwas vorgenommen: Ich werde ausmisten. Komplett. Nach der Konmari Methode. Und wie das funktioniert, das möchte ich euch heute zeigen.


Ausmisten nach der Konmari Methode

Was ist die Konmari Methode?

Die Konmari Methode wurde von Marie Kondo entwickelt. Es geht dabei nicht nur darum, effektiv auszumisten, sondern sich in seiner Wohnung und seiner Haut wohler zu fühlen. Die Konmari Methode kann zudem dabei helfen, minimalistischer zu leben.

Wie funktioniert die Konmari Methode?

Laut Marie Kondo geht es darum, nur noch Dinge zu besitzen, die man auch wirklich liebt. Um dies zu erzielen, hat sie ein paar einfache Regeln aufgestellt, nach denen auch ich mich gehalten haben.

  1. Ordne Alles in Kategorien ein. Empfohlen wird beispielsweise, mit Kleidung anzufangen und sich danach mit Kosmetik und Büchern zu befassen.
  2. Packe alles aus einer Kategorie zusammen. Räume alles heraus und lege es beispielsweise aufs Bett, damit du sehen kannst, wie viel du insgesamt besitzt.
  3. Miste aus. Hierbei gilt: Was du wirklich liebst, das behälst du. Alles andere gibst du weg.
  4. Ordne dem, was du behälst, einen festen Platz zu.

Meine Erfahrungen:

Konmari Methode

Das hier war der ordentlichste Teil meines Zimmers, welches ich komplett mit Kleidung vollgestopft habe. Ich konnte ganze 4 Kleiderstangen füllen, auch in meinem Schrank waren die meisten Fächer einfach nur vollgestopft. Wie viel ich davon angezogen habe? Puh, vielleicht 5%? Ich habe mich einfach irre unwohl gefühlt, in all dem Zeug, das einfach nur ungeliebt bei mir herum lag.

Deswegen musste die Konmari Methode her. Sie hat mir gefallen, weil sie einfach ist und realistisch klingt. Ich halte es für sehr sinnvoll, nur Dinge zu behalten, die man wirklich liebt, und sich vom Rest endlich zu trennen. Radikal und endgültig. Also habe ich alle meine Kleidung geschnappt und auf mein Bett geworfen. Und war dann ziemlich schockiert.

Konmari Methode Konmari Methode

Für den Anfang habe ich 3 Stapel gemacht.

Einen mit Dingen, die ich wirklich LIEBE. Einen mit Teilen, die ich einfach nicht weggeben kann, auch wenn ich sie nicht wirklich trage – auch genannt der „Vielleicht-Stapel“. Und einen Stapel mit Klamotten, die ich loswerden möchte.

Das passiert mit dem „Loswerden-Stapel“:

Ich glaube, ich habe lange nicht wirklich ausgemistet, weil ich nicht wusste, wohin mit all dem Zeug. Zum Wegschmeißen war mir das Meiste zu schade, Kleiderkreisel hat mir nicht getaugt, ohne Auto ist auch ein Flohmarkt-Besuch schwierig. Jetzt habe ich es trotzdem einfach mal angegangen und eigentlich für Alles eine gute Lösung gefunden.

  • Dinge, die kaputt sind, werden weggeschmissen.
  • Vielleicht will deine Freundin ein Teil haben? Zeig ihr doch einfach mal, was du ausgemistet hast!
  • Das, was Niemand aus dem Umfeld haben will, wird online oder auf dem Flohmarkt verkauft.
  • Wenn dort auch Teile übrig bleiben, dann werden diese gespendet.
Konmari Methode

Das ist übrigens nur ein kleiner Teil meines „Loswerden-Stapels“. Ups.

Das passiert mit dem „Vielleicht-Stapel“:

Der ursprüngliche Plan war, die Sachen erst einmal einzulagern, und dann nach ein paar Wochen zu entscheiden, ob man sie behalten, oder wegschmeißen möchte. Doch als ich beschlossen hatte, den Stapel noch ein weiteres mal durchzugehen, landeten viele weitere Teile auf dem „Loswerden-Haufen“. Vermutlich weil man einfach so im Flow ist. Zwei bis drei Hosen konnte ich trotzdem noch nicht ganz weggeben und habe diese nun erst ein Mal in eine Kiste gepackt, die ich mir bald erneut durchsehe.

Konmari Methode Konmari Methode Konmari Methode

Das passiert mit dem „LIEBE-ICH-STAPEL“:

Wie oben schon erwähnt bekommen die Sachen, die man behalten möchte, einen festen Platz in der Wohnung. Marie Kondo meinte, dass es an sich am Besten ist, die Sachen gefaltet im Schrank aufzubewahren, aber Kleidunsstücke, die man so liebt, oder die einfach schwierig zu falten sind, aufzuhängen. Übrigens gibt es eine eigene Konmari Falt-Methode, die ich auch angewendet und für gut befunden habe. Dazu gibt es aber massenhaft Videos, falls euch das interessiert.

Konmari Methode Konmari Methode

Behalten habe ich tatsächlich nicht viel, trotzdem fühle ich mich nicht, als würde mir irgendetwas fehlen. Und tatsächlich habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es sich gut anfühlt, Dinge loszuwerden, die man nicht mehr trägt. Es fühlt sich gut an, nicht mehr alle Kleiderbügel zu benötigen!

Hier noch ein paar Tipps:

  • Man muss nicht alle Konmari Regeln befolgen. Es geht darum, die richtige Methode für sich selbst zu finden. Beispielsweise sagt Marie Kondo, das „Gammelklamotten“ nicht benötigt werden, wo ich allerdings ein großes Veto einlege. Ich liebe meine Gammelpullis, und alles was ich liebe, das darf ich auch behalten, oder?
  • Es bringt mir überhaupt nicht, wenn ich etwas behalte, dass ich zwar liebe, aber ich einfach nicht trage. Es gibt beispielsweise unendlich viele Hosen, die ich gekauft habe, weil ich sie so schön fand, die aber dann nicht richtig gesessen haben. Dabei ist eine gut sitzende Jeans für mich mit das wichtigste Teil in einem Kleiderschrank!
  • Nehmt euch Zeit. Das Ganze ist anstrengend und zeitaufwändig, wenn man es wirklich richtig machen möchte, aber das ist es wert!
  • Hört euch doch währenddessen das Hörbuch von Marie Kondo an! Das findet ihr sogar auf Youtube unter dem Namen „The Life-Changing Magic of Tyding„.

Konmari Methode Konmari Methode Konmari Methode Konmari Methode

Mein Fazit:

Ich bin ein Fan der Konmari Methode. Klar, mir gefällt nicht alles daran, aber im Grunde hat mir die Methode geholfen, meine Sammlung drastisch zu minimieren und zu optimieren. Mittlerweile habe ich sogar meine Kosmetik mit den selben Regeln ausgemistet und werden nun auch mit der restlichen Wohnung weiter machen. Ich hoffe nur, dass mir meine Zeitplanung keinen Strich durch die Rechnung macht.


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Mistet ihr auch ab und an aus und wenn ja, nach welcher Methode? Schreibt es mir!

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9 Comments

  • Reply
    Marie
    18. September 2016 at 15:54

    Ich glaube, diese Methode ist echt gut. Wobei sie vermutlich letztendlich einfach nur ein Anstoß ist, denn man braucht. Eine Inspiration. Ein Anfang. Oft wollen wir etwas anfange, wissen aber nicht wie & das greifen solche Methoden auf.

    Ich sollte auch dringend aussortieren. Allerdings nicht Kleidung, sondern Deko :)

    Lieben Gruß ♥

  • Reply
    Tabea
    18. September 2016 at 19:21

    Ach du meine Güte – so viel Kleidung?!
    Also ich habe wesentlich weniger und brauche fast alles davon – manches für die seltenen schicken Anlässe, manches für den Alltag & aber eben auch Sachen für den Sport und welche, die richtig dreckig werden dürfen. Da komme ich dann auf einen dreitürigen Kleiderschrank. Aber sobald mir ein Kleidungsstück nicht mehr gefällt oder passt, frage ich eh meine Schwester oder meine Mutter, ob sie Interesse daran haben.

    Aussortieren will ich vor allem meine Bücher. Eben nur noch das behalten, was ich total liebe oder noch lesen will. Das Problem? Wo verkauft man Bücher, die teilweise sogar Bleistiftmarkierungen im Inneren haben?

    Liebe Grüße und Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Ausmisten!

  • Reply
    Ana
    19. September 2016 at 8:14

    Hey Julia,
    ich habe auch letztens wieder radikal aussortiert und es war fantastisch! Es fällt mir jedes Mal wieder etwas leichter und man bekommt ein viel besseres Gefühl dafür, was man wirklich braucht und was nicht. Den Namen dieser Methode habe ich noch nciht gehört, aber klingt ja generell wie die minimalistische Lebenseinstellung.

    Mit dem Weggeben habe ich auch immer Probleme – das ist ja stressiger und zeitintensiver als das eigentliche Aussortieren. Deshalb bin ich mal gespannt, wie du das handhabst.

    xx Ana http://www.disasterdiary.de

  • Reply
    Feli
    19. September 2016 at 11:52

    Richtig cooler Post! Mit dem Thema beschäftige ich mich auch mal :) Liebe Grüße, Feli von http://www.felinipralini.de

  • Reply
    Tamara
    19. September 2016 at 14:45

    Oha davon hör ich zum ersten mal. Also ich hab schon sehr viel über Minimalismus usw gehört aber diese Methode ist mir neu aber bin extrem froh, die gefunden zu haben! Genau so werde ich auch meinen Schrank ausmisten. Super Post!

    Liebe Grüße,
    Tamara | brunettemanners.at

  • Reply
    Andrea
    19. September 2016 at 14:56

    Sehr guter Post! Mich interessiert diese Methode schon lange und ich habe jetzt endlich mal das Buch in der Bücherei vorbestellt!

  • Reply
    Natalie
    19. September 2016 at 16:47

    Hallo Julia,
    ich liebe es auszumisten, am liebsten miste ich Bücher, DVDs, Schuhe und Kleidung aus. Kleidung auszumisten fällt mir heutzutage wesentlich besser als vor 10 Jahren. Als Teenager habe ich verzweifelt an jedes Kleidungsstück festgehalten und wollte es nicht so freiwillig weiter verschenken, wenn etwas zu klein geworden ist. Nach dem Ausmisten stelle ich die Sachen online zum Verkauf rein. Solche Ausmist-Aktionen tun mir so gut. Von der Konmari Methode habe ich noch nie gehört. Gammelkleidung miste ich auch gar nicht aus :D einige davon können ruhig dreckig werden und werden bei Renovierungsarbeiten wieder aus dem Bettkasten ausgegraben :D
    Liebste Grüße
    Natalie
    https://www.livolett.de

  • Reply
    Steffi
    20. September 2016 at 11:24

    Julia, Respekt an dich, ehrlich.
    Ich war früher ja auch so ein Jäger und Sammler und immer der Meinung „Ne, das kann ich anziehen, wenn ich mal eine Wand streiche oder so.“ Dann hatte ich aber vor langer Zeit einen Thread bei Kleiderkreisel (dem alten, guten Kleiderkreisel) entdeckt und dort ging es gerade um diese Methode und sogar ohne Buch war ich hoch motiviert. Dies hält bis heute immer mal mehr, mal weniger an. Derzeit verkaufe ich mal wieder alles in meiner Wohnung was ich nicht mehr brauche. Mir hilft immer einen Grund zu haben wofür ich das gewonne Geld nehmen kann zum Beispiel sammel ich gerade mein „Taschengeld“ für die nächste Reise. Und ich habe aufgehört auf einen Wunschpreis zu beharren, sondern nehme das erste Angebot mit dem ich leben kann an.
    Ganz toll ist übrigens auch das Gefühl die 100 Bodylotions, Duschgele und Cremes aufzubrauchen, nach ungefähr 1,5 Jahren ist nun fast alles was rumlag leer und dann darf auch mal was neues her.
    Ich drück‘ dir die Daumen für die kommenden Projekte, immer weiter so :)

    Liebste Grüße
    Steffi

  • Reply
    Anna
    20. September 2016 at 18:57

    Die Methode klingt wirklich interessant und ich verstehe, dass das sehr erleichternd ist mal richtig auszumisten. Ich mach das ab und zu, aber ziehs dann doch nie so richtig durch – vielleicht versuche ich es mal auf diese Art. :)

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