Generation Y

Warum es scheiße ist, zur Generation Y zu gehören

Ich bin 1994 geboren und somit ein Teil der Generation Y. Diese Generation möchte etwas besonderes sein, mehr erreichen, als alle anderen und dabei so individuell und frei sein, wie es nur geht. Sie will sich gegen Normen und Gewohnheiten erheben, anderen die Augen öffen und das Beste aus ihrem Leben machen. So weit, so gut. All die Punkte sind im Grunde ja etwas positives – wenn sie nicht so verdammt unglücklich machen würden. Und nicht der Social Media Welt wiedersprechen würden.


Warum es scheiße ist, zur Generation Y zu gehören

Das ist die Generation Y

Ihr habt sicher schon mal von der Generation Y gehört, vermutlich in einem spöttischen Unterton. Meistens wird diese Generation nämlich als ziemlich egoistisch und selbstverliebt präsentiert, und das vermutlich auch zurecht. Denn uns wurde immer gepredigt, dass wir etwas besonderes sind. Super viele Möglichkeiten haben. Uns nicht festlegen müssen. Und das alles kann ganz schön frustrierend sein, wenn dann die Erwartungen nicht erfüllt werden. (Mehr darüber übrigens hier).

Und jetzt sitze ich hier, bin Anfang 22 und stelle fest, dass ich nichts besonderes bin. Ich bin Studentin, nicht besonders schlank, groß oder schön, habe keine herausragenden Leistungen erbracht und bin eben eher so der Durchschnitt. Und früher war das vielleicht auch ok, damals war es wohl eher etwas Gutes, nicht von der Norm abzuweichen. Doch heute fühlt es sich an, als müsste ich mich dafür schämen.

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Die Quarter Life Crisis – dank Social Media?

Und hier kommt die Quarter Life Crisis ins Spiel. Man sitzt da nun also in seiner Wohnung und will einfach nicht so richtig glücklich werden, obwohl eigentlich nichts fehlt. Die Beziehung ist in Takt, die Freundschaften funktionieren, das Studium läuft, man kommt gut über die Runden. Aber irgendetwas fehlt. Dieses Besondere fehlt.

Und dann öffnet man Instagram. Und bekommt das Gefühl, das jeder Mensch glücklicher und individueller wäre, als man selbst. Und das Schlimme daran: Wir wollen es ja auch noch. Wir wollen tolle Reisefotos und fabelhafte Outfits sehen, denn der Durchschnitt macht uns eben einfach nicht an.

Dank einer Arte Dokumentation namens „Prinzessinnen, Pop Stars & Girl Power“ sehe ich das Ganze nun etwas anders. Denn es ist doch so: Wenn wir jung sind wird uns eingetrichtert, dass wir süß sein und rosa Kleider tragen müssen, wir sollten mit Barbies spielen und die Farbe pink lieben. Wenn wir kurze Haare haben und lieber mit Rennautos spielen, dann sind wir eben keine richtigen Mädchen. Also definieren wir uns durch unser Geschlecht, welches wiederum durch den freien Markt definiert wird. Weiter geht das dann mit Popstars (erinnert euch an Hannah Montana) oder Disney Figuren, die uns vermitteln. dass wir einen Mann brauchen, um stark zu sein. Es geht sogar so weit, dass man Frauen irgendwann in „Prinzessinnen oder Huren?“ einteilt – zumindest laut der Arte Dokumentation. Klar, vielleicht ist das etwas überspitzt, aber im Grunde kann ich es so unterstreichen.

Social Media sagt uns, dass wir entweder wunderschöne, schlanke Blondinen sein sollten, die Shopping und Mode lieben und ganz viel reisen, oder einfach komplett anti sind. Rebellisch. Freizügig. So ganz ohne Tabus. Und alles dazwischen ist irgendwie langweilig. So durchschnittlich, pfui.

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Generation Y vs. Social Media. Und wir sind die Verlierer.

Nun haben wir also auf der einen Seite diese Vorstellung in unserem Kopf, dass wir etwas besonderes sind und möglichst individuell sein sollten. Auf der anderen Seite befindet sich allerdings das Internet mit all den Idealen, die wir verkörpern sollten, und denen wir verzweifelt hinterher rennen. Wir sollen also etwas besonderes sein, aber nur, wenn wir dabei so sind, wie uns alle haben wollen. Wow ok, das ist natürlich super easy. Da weiß man genau, was man zu tun hat.

Da sind diese zwei konkurrierenden Vorstellung, die sich einfach nicht vereinen lassen wollen. Wenn wir schlank sein wollen und den Konsum-Lifestyle leben, dann beschimpfen wir uns innerlich dafür, weil wir einfach genau so sind, wie alle anderen. So gar nicht außergewöhnlich. Doch wenn wir dann unser eigenes Ding machen, indem wir auch mal gegen die Norm handeln, dann macht uns das auch nicht glücklich, weil das eben einfach nicht so erfolgreicht macht, wie wir es gerne hätten.

Eine Blogger Krankheit?

Vielen Bloggern geht es derzeit so. Sie haben so sehr versucht, erfolgreich zu sein, dass sie sich selbst in dem ganzen Trubel verloren haben – und so ging es mir auch irgendwie. Durch diese verdammte Generation Y wollen wir nicht wie der Rest der Welt sein, doch wir haben viel zu sehr Angst, uns gegen den Mainstream zu stellen, weil wir auch nur Erfolg haben und Anerkennung bekommen möchten.

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Mein Fazit:

Ist das nicht krank. Da könnte es uns eigentlich so gut gehen, doch wir geiseln und trotzdem viel zu sehr. Diese ganze Selbstverwirklichung, die ist eben nicht einfach mal irgendwann abgeschlossen. Und diese ganzen gesellschaftlichen Rollenklischees, die sind eben auch nicht einfach weg. Ich frage mich wirklich, wann ich es schaffe, diese zwei Welten in meinem Kopf zu vereinen. Denn irgendwann möchte ich wirklich gerne etwas Besonderes sein, aber nicht für etwas, was mir die Gesellschaft aufdrückt und auch nicht so, dass man es durch Erfolg misst. Nein. ich möchte irgendwann gerne sagen können, dass ich meinen Weg gefunden habe. Und mich dabei von Klischees und Erfolgsdenken gelöst habe.

Seid ihr auch ein Teil der Generation Y? Und wie geht ihr damit um?

Fotos von Valentina!

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20 Comments

  • Reply
    Melanie
    4. November 2016 at 19:22

    Ich sehe das eher umgekehrt.

    Ich bin zwei Jahre älter als du und vor zwei, drei Jahren bin ich auch wild durchs Internet gescrollt und dachte, boah, die haben alles – und ich nichts. Und das, obwohl die teilweise ale noch jünger waren. Während ich als Studentin zugenommen hatte, wegen Prüfungen fast exmatrikuliert war und ständig damit zu kämpfen hatte, überhaupt meine Miete zahlen zu können.

    Irgendwann hatte ich mir selbst geschworen, mich daran zu erfreuen, was ich HABE. Und nicht nach dem zu gieren und auf Dinge neidisch zu sein, die ich gar nicht brauche. Ich hab mich lieber an gesellschaftspolitischen Themen (Feminismus, du tastest dich ja auch gerade ran, super!) und an meiner eigenen journalistischen Karriere (und ich schreibe das jetzt bewusst nicht mit Anführungszeichen, weil ich jahrelang darauf hingearbeitet habe) zu feilen.

    Ok, ich merke gerade, das wird hier ausufern. :D Ich kann dir nur mit auf den Weg geben, was ich in den letzten Jahren gelernt habe: Man kann sich seinen Instagram-Feed selbst wählen. Seitdem ich den richtigen Leute folge, geht es mir besser. Ich finde aber den ganzen übertriebenen Konsum inzwischen eh so krank, dass ich mir das alles nicht mehr anschauen kann (Minimalismus ftw). Na ja, und das, was mir am meisten hilft: Die kochen alle nur mit Wasser. Denen geht es auch scheiße und die macht weder Besitz noch 4838291k Follower glücklich. ICH persönlich will mit mir im Reinen sein und anderen Leuten nicht gefallen müssen. Ich bin froh, so langsam in das Alter zu kommen, in dem ich mich gedanklich mehr gehen lassen kann.

    Man bekommt durch die sozialen Medien so viel suggeriert – wie soll man erfolgreich sein, schön sein, wie du sagst: Aber da muss man einen Strich ziehen und darauf blicken, was man selbst schon erreicht hat und das man seine Lebenszeit sinnvoll zubringt. Ich hab jahrelang auch den Fehler gemacht und mir vieeeel zu sehr den Kopf über sowas zerbrochen. Die Wahrheit ist: Alles wird gut! :)

    Gerade in Hinsicht auf Karriere geht es uns eigentlich gut. Wir sollten die Möglichkeiten nutzen. Wenn ich so sehe, wie ich als Journalistin angefangen habe und sich jetzt die Homeoffice-Möglichkeiten etc. entwickelt haben, finde ich das ganz großartig. Viele von uns haben das Glück, das zu studieren, was sie Spaß machen. Und damit auch mit 40 noch anfangen zu können. Aber das ist jetzt natürlich auch nur angerissen.

    Ich muss auch gestehen, dass ich dich ja jetzt auch schon sehr lange lese und froh bin, dass du jetzt eine ‚bessere‘ Richtung einschlägst. Weil ich für meinen Teil immer das Gefühl hatte, dass du sehr darauf geschaut hast, was andere machen und tragen. Vielleicht konnte dir mein Kommentar einen etwas anderen Blickwinkel geben.

    PS: Und natürlich bist du etwas besonderes! Gerade deswegen, weil du keine drölfzig Designertaschen im Schrank hast und immer noch deinen ganz eigenen Stil hast – äußerlich wie innerlich.

    <3

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:30

      Hallo Melanie,

      ich danke dir vielmals für deine Worte, es hat sehr gut getan, das zu lesen!
      Ich denke, das alles hat schon lange in mir geschlummert, aber ich habe mich lange nicht damit befasst und es weggeschoben weil ich mir dachte „ja das alles braucht man eben, um einen erfolgreichen Blog zu führen“ – und dabei will ich damit nicht einmal erfolgreich sein, das ist mir erst vor einer Weile klar geworden.
      Du hast auf jeden Fall recht, mit allem was du da sagst und ich bin mir sicher, dass ich mich gerade auf dem richtigen, wenn auch schwierigerem Weg befinde. Aber hey, das ist es wert!

      Liebe Grüße,
      Julia

  • Reply
    Jessica
    4. November 2016 at 20:45

    Also … erstmal: Sehr schön geschrieben ;)
    Aber ich teile deine Meinung nicht wirklich ;) Es mag zwar sein, dass ich vom Alter her zu einer Generation gehöre die von Außen (oder jetzt anscheinend auch von Innen) als Generation Y definiert wird. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich Teil davon sein muss. Das allgemeine Problem (in deinem Fall bei beiden Welten) ist, dass man sich eigentlich nur immer in Bezug auf andere definieren kann. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass diese Definition vorgegeben ist oder Muster entsprechen muss. Ich hoffe ich hab mich einigermaßen nachvollziehbar ausgedrückt, ansonsten frag einfach nach ;)

    Was das Thema Gender angeht, dass du angesprochen hast: Danke für den Tipp, die Doku muss ich sehen ;) Bin zurzeit auch im Studium total an dem Thema interessiert, bzw. werde auch hoffentlich nächstes Jahr mein Master Studium darin machen. Also danke dafür :*

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:27

      Hallo Jessica,

      natürlich muss man kein Teil davon sein, ich denke aber, dass sehr viel davon unterbewusst passiert, gerade durch die Sozialen Netzwerke.

      Liebe Grüße,
      Julia

  • Reply
    Jessica
    4. November 2016 at 20:47

    Ach ja – habe gerade den Kommentar über mir durchgelesen und kann in allen Punkten nur zustimmen :)

  • Reply
    Marlene // daseinealles.de
    5. November 2016 at 0:03

    Hallo Julia,
    ich bin gerade über diesen Artikel gestolpert und mit diesem Thema triffst Du bei mir direkt ins Schwarze.
    „Diese Generation möchte etwas besonderes sein, mehr erreichen, als alle anderen und dabei so individuell und frei sein, wie es nur geht. Sie will sich gegen Normen und Gewohnheiten erheben, anderen die Augen öffen und das Beste aus ihrem Leben machen.“
    Ich bin definitiv ein Teil dieser Generation, finde es aber ganz und gar nicht scheiße. Ganz im Gegenteil, ich finde es super! Noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten uns ganz persönlich zu entfalten und unsere eigenen Wege zu gehen. Genau das sollte man auch ausnutzen. Die Frage ist nur, ob man oben Zitiertes nur will, oder auch macht. „Wollen“ oder „sein“. Das ist ein großer Unterschied.
    Selbstverwirklichung, das ist das Ziel. Aber das wird man nicht erreichen, wenn man sich ständig mit anderen Personen vergleicht. Ganz egal, ob es auf Instagram oder im echten Leben passiert. Wenn man sich immer danach richtet, was andere tun und u.a. im Social Web eben diese Klischees bedient, um anerkannt zu werden, hat das nichts mehr mit Selbstverwirklichung zu tun. Dann ist es Selbstdarstellung. Dann ist man aber nicht man selbst. Und vor allem nicht frei.
    Und genau diese Selbstdarstellung anderer Personen in sozialen Medien ist doch das, was uns verunsichert. Warum dann mitmachen? Warum nicht den eigenen Weg gehen?
    Um individuell zu sein, muss man keinen großen Aufwand betreiben: Du wurdest geboren. Das reicht schon. Dich gibt es nur ein Mal. Wir sind alle Unikate. Deshalb sollten wir weniger Zeit damit verschwenden uns mit anderen Menschen zu vergleichen und viel mehr Zeit damit verbringen uns selbst zu begegnen und kennen zu lernen. Zu uns selbst finden, uns selbst erkennen. Dann fällt es auch viel leicher den eigenen Weg zu gehen. Den Weg den nur Du gehen kannst, weil Du eben Du bist. Dann gibt es auch keinen Konflikt mehr zwischen Dir und den Idealbildern. Sie interessieren dich schlichtweg nicht mehr.
    Dann hieße es:
    „Diese Generation ist etwas besonderes, erreicht mehr, als alle anderen und ist dabei so individuell und frei, wie es nur geht. Sie erhebt sich gegen Normen und Gewohnheiten, öffnet anderen die Augen und macht das Beste aus ihrem Leben.“
    Das ist der Unterschied zwischen „wollen“ und „sein“. Es beginnt mit Dir!
    Auf meinem Blog habe ich übrigens – passend zu diesem Thema – gerade eine Artikelserie zum Thema Idealbilder gestartet. Wenn Du, oder wer das hier sonst noch liest, Lust hast vorbei zu schauen, würde ich mich sehr freuen!

    Liebe Grüße
    Marlene

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:26

      Hallo Marlene,

      vielen Dank für dein Kommentar. Ich kann das so auch nur unterstreichen!

      Liebe Grüße,
      Julia

  • Reply
    Meg
    5. November 2016 at 1:39

    Was bitte ist eine Generation Y? Wir sind keine Generation der grenzenlosen Möglichkeiten und Erwartungen, wir sind einfach nur in eine Welt hineingeboren, die gelernt hat, sich zu vernetzen, während wir in das Alter kamen, uns zu vernetzen. Wir sind in eine Welt geboren, in der das Angebot auf dem Arbeitsmarkt und die Möglichkeiten der Fortbildung stetig wachsen und an Vielfältigkeit gewinnen. Natürlich hat man uns gesagt, dass wir große Möglichkeiten haben und die Welt uns offen steht, ganz einfach weil sich die Zeiten seither gewandelt haben.
    Deswegen brauchen wir aber kein Y für unsere Generation. Alle Jugendlichen machen diese Phase durch. Alle Jugendlichen haben sich irgendwann mal gefragt, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen und ob das, was sie haben, für ihr vollendetes Glück reicht. Nur haben sie früher weniger Optionen gehabt, als wir heute und gesellschaftlich gesehen weniger Spielraum sich zu beschweren oder auszuleben.

    Übrigens finde ich es sehr interessant, wie du von Selbstverwirklichung sprichst und dabei einen Artikel in dem es nicht um dich als Person geht, mit Selbstportaits überhäufst. Bloggen kann ein toller Weg sein, seine Persönlichkeit nach außen zu tragen und mit ihr zu experimentieren. Vor allem weil das Internet mit Feedback selten spart.
    Versteh mich nicht falsch, ich finde dich sehr hübsch, nur sehe ich keinen Zusammenhang zwischen dem Text und den vielen Photos.
    Anfangs konnte ich deinen Worten sogar sehr gut folgen, weil es doch ein Gefühl ist, das viele 90er Kinder sehr gut kennen. Doch du klingst so weinerlich und schiebst alles auf eine Generation (die besteht aus Menschen, nicht aus Umständen), die nicht greifbar ist. Anstand einen Schuldigen für dein Verlangen nach Selbstverwirklichung zu suchen, könntest du deine Einstellung überdenken.

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:24

      Hallo Meg,

      es scheint mir, als hättest du die Intention meines Posts nicht ganz verstanden, vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt. Ich hatte nicht vor, alles auf Generation Y zu schieben und rumzuheulen, sondern wollte einfach versuchen zu erklären, woher das Problem kommt, das ich und auch viele andere haben. Mir ist durchaus bewusst, dass ich es in der Hand habe, wie meine Geschichte weiter geht.
      Das mit den Bildern kann ich dir übrigens erklären. Mein Blog kommt eigentlich aus dem Fashion-Bereich, ich möchte aber trotzdem Texte mit Mehrwert schreiben. Sprich ich versuche so, meine Liebe zu mode & zu hinterfragten Texten zu vereinen. Mir ist bewusst, dass das noch nicht der perfekte Weg ist, aber ich befinde mich gerade in einer Umbruchphase und werde es wohl so handhaben, bis ich eine Lösung dafür habe.

      Liebe Grüße,
      Julia

      • Reply
        Meg
        13. November 2016 at 18:25

        Für mich kam es jedenfalls so rüber, als wolltest du vieles davon auf Generation Y schieben. Ich behaupte nicht, dass das so ist, sondern sage nur, was dein Text mir vermittelt.
        Diese Neigung fällt mir bei vielen Blogs auf, die vornehmlich aus dem Fashionbereich kommen. Angenommen ich wäre in dieser Lage, würde ich die Selbstportraits/Fashionbilder in tiefgängigen Texten einfach weglassen. Aber das ist nur meine Meinung, die ich dir sicher nicht vorschreiben möchte. Vielleicht findest du ja noch eine Lösung, mit der du zufrieden bist.

  • Reply
    Tatjana
    6. November 2016 at 0:15

    Oh liebe Julia, was für ein heftiger Beitrag! Deine Worte kommen wie immer so ehrlich rüber.
    Ich bin 22 Jahre alt, 1994 geboren & auch ich möchte – wie jeder hier – wissen, wohin ich gehöre & wofür ich gemacht bin. Sich selbst zu verwirklichen braucht neben sehr viel Geduld & Zeit auch unendlich Kraft & Durchhaltevermögen. Manchmal läuft es ganz gut & man hat das Gefühl, wieder ein Stückchen mehr sich selbst zu sein & es gibt Tage, da fällt irgendwie alles wieder zusammen & man steht vor dem „Nichts“. Ich denke nicht, dass man das nur auf die Generation schieben kann – schliesslich können wir alle selbst entscheiden, welche Ansichten wir vertreten möchten & welche nicht. Doch ich verstehe was du meinst. Bestimmt haben die Veränderungen & auch das Thema mit den Geschlechterrollen einen gewissen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Ich hoffe nur, dass jeder auch die Kraft hat sich gegen etwas zu stellen, wenn er nicht davon überzeugt ist & sich nicht einfach mitziehen lässt.

    Du bist etwas besonderes, lass‘ dir nie was anderes einreden! Besonders zu sein hat nichts mit dem Aussehen zu tun, oder wie jemand lebt / reist / bloggt / und und und. Sondern einzig & allein mit deiner Persönlichkeit & du hast Persönlichkeit! Sei stolz darauf & beschütze sie! :)

    Liebe Grüsse!

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:18

      Hallo Tatjana,

      vielen, vielen Dank, ich habe das Gefühl als hättest du genau verstanden, was ich mit diesem Text sagen wollte! Umso schöner ist es, zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die damit strugglt. Ich bin mir aber sicher, dass es wieder besser werden wird! :) <3

  • Reply
    Jasmin
    6. November 2016 at 18:35

    Ich bin auch ein 90s Kid – 1993 geboren und fühle mich gar nicht wie die Generation Y. Ich zähle zu denen eher meine Schwestern die 16 und 18 sind. Ich weiß auch nicht wieso, aber ich bin generell nicht so der Mensch der sich beeinflussen lässt. Also natürlich habe ich das als ich jünger war, aber da waren es noch Britney Spears & Co die mich beeinflusst haben und nicht Instagram oder Facebook, Snapchat, etc. Weißt du wie ich mein? Ich denke, dass viele einfach zu viel denken und nicht „sind“. Das hört sich vielleicht komisch an, aber der Buddhismus hat mir viel geholfen, mit der heutigen Welt und der Generation und Gesellschaft klar zu kommen. Mach einfach dein Ding, sei glücklich dabei, verletzte keine anderen Menschen oder Tiere und sei du!!! (ums kurz zu sagen) <3 ich wünsch dir nur das Beste!

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:16

      Ich bin mir sicher, dass der Buddhismus ein toller Weg ist, um sich von anderen nicht mehr so leicht beeinflussen zu lassen! Deswegen finde ich es auch toll, dass du deinen Weg da gefunden hast! :)

  • Reply
    Pinkpetzie
    7. November 2016 at 21:10

    Ich bin schon über deine Überschrift gestolpert…. Und während ich die Zeilen so las, wurde mir klar, dass ich zwar auch zur Generation Y gehöre, aber eben eine Ecke älter als du und wie mir scheint die meisten deiner Leser…
    Als ich so alt war wie du jetzt, hätte ich deinen Text vielleicht genauso unterschrieben. Ein paar Jahre später kann ich dir sagen: Alles wird gut! Du wirst die beiden Seiten verbinden können und wissen, was für ein großartiges Geschenk es ist, eben zur Generation Y zu gehören. Auch wenn mir scheint, dass es auch ein Merkmal der Generation ist, dass sie länger braucht, um erwachsen zu werden. Auch sie wird es irgendwann, auch wenn sie sich in ihren Möglichkeiten nicht einschränken lässt. Hab Vertrauen. Du bist einzigartig und DU wirst DEINEN Weg finden. Versprochen!!

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:15

      Oh das ist sehr schön zu hören!
      Ist eben doch immer diese Frage, ob es einfach so ein Generationen-Ding ist, diese Seiten nicht verbinden zu können, oder ob es einfach nur mit dem Alter zusammen hängt. Ich für meinen Teil bin einfach froh, dass ich reflektiert über solche Dinge nachdenken und mich so weiter entwickeln kann.

      Vielen Dank für dieses Kommentar! <3

  • Reply
    Julia Steger
    10. November 2016 at 18:38

    „Die Beziehung ist in Takt, die Freundschaften funktionieren, das Studium läuft, man kommt gut über die Runden. Aber irgendetwas fehlt. Dieses Besondere fehlt.“

    Dir fehlt einfach der gesunde Menschenverstand, um das zu schätzen was man hat und sich nicht mit anderen zu vergleichen. Ich mein cmon, du hast zwei gesunde Beine, lebst in einem durchaus wohlhabenden Land und hast offenbar ein stabiles Leben. Damit gehts dir zu 90% besser als dem Rest der Bevölkerung. Also hör auf zu heucheln und tu einfach, was nötig ist, um das zu sein, was du bist: ein Mensch.

    Liebe Grüße
    Julia

    • Julia
      Reply
      Julia
      11. November 2016 at 13:13

      Hallo Julia,

      es wirkt auf mich, als hättest du nicht ein mal ansatzweise versucht, meinen Blogpost zu verstehen.
      Wenn du dir meinen Text richtig durchgelesen hättest, dann wäre dir vielleicht aufgefallen, dass ich eben genau das kritisiere. Dass ich es hinterfrage, wieso meine Generation (denn ja, ich beobachte das bei vielen Menschen in meinem Alter) dieses Gefühl brauchen, etwas besonderes zu sein.
      Und ich habe es auch bei mir selbst hinterfragt. Mich gleich so darzustellen, als wüsste ich nichts zu schätzen und hätte keinen gesunden Menschenverstand, das finde ich dann doch ziemlich übertrieben, denn meiner Meinung nach bin ich einfach nur reflektiert. Jeder hat Fehler, nur weil ich meine hier offen kommuniziere muss man sich ja nicht gleich auf mich stürzen und eine Heuchlerin nennen.
      Also, ich danke dir für deinen Kommentar aber hoffe sehr, dass du dich das nächste Mal etwas besser mit der Aussage meines Textes befasst.

      Liebe Grüße,
      Julia

  • Reply
    Anne
    13. November 2016 at 19:21

    Hallo Julia,

    mh, ein guter Text, und nebenbei bemerkt, ich mag deinen Kleidungsstil (obwohl ich gar nicht so der Fashion-Blog-Leser bin und es meistens eher befremdlich finde, in nachdenklichen Texten immer wieder Outfitbilder eingefügt zu sehen).

    Ich bin ein paar Jahre älter als du (Jahrgang ’87; wääh, das ist allmählich das Alter, wo man so ein „Mensch, was sind wir alt geworden!“ nicht mehr ganz so scherzhaft dahersagt :D ) und damit raus aus der vielbesungenen Generation Y. Aber halt nicht so sonderlich weit weg, als dass mir das vollkommen fremd wäre.

    Social Media und all der ganze Kram kam bei mir tatsächlich erst mit 16 oder so auf… davor bestand die Welt halt aus dem doch eher beschaulichen Umfeld vor Ort mit Schule, Freunden und so weiter. Dort war es dann doch recht einfach, etwas Besonderes bzw. irgendwie außergewöhnlich zu sein… bis man auf einmal feststellt, dass man vielleicht die einzige an der Schule war, die diese Einstellung oder jenen Stil hatte – aber in der restlichen Welt da draußen gibt es mindestens 4329477 Leute, die quasi genauso sind. Und dabei auch noch klüger / hübscher / begabter / whatsoveriger. Ta-daa… naja. Für mich war das damals eine relativ harte Erkenntnis, als ich vom Dorf in die Großstadt Köln gezogen bin und mich an einer Massenuni eingeschrieben habe. ;-)

    Mittlerweile ist mir der Vergleich mit anderen nicht mehr so wichtig wie früher. Was eindeutig gesünder ist.
    Und gerade bei Instagram & Co. ist das ja auch immer so eine Sache – da sieht man 5 Bilder einer Person und zieht gleich Rückschlüsse auf ihr ganzes Leben, was natürlich viel glamouröser und großartiger sein wird als das eigene. Dabei ist dort so unglaublich viel inszeniert… und wie oft tun wir das nicht selber unbewusst, indem wir nur das posten, von dem wir annehmen, dass es gut ankommt?

    Ahem, das war jetzt viel Text. :D
    Was ich eigentlich sagen wollte: ich bin mal über ein Zitat gestolpert, was ich so treffend fand, dass ich es mir ausgedruckt und über den Schreibtisch gehängt habe, als Erinnerung an mich selbst: „Happiness is a choice, not a result.“ Vielleicht hilft dir das weiter. :)

    Liebe Grüße
    Anne

  • Reply
    Sonnenuntergänge November - Habutschu!
    14. Dezember 2016 at 18:15

    […] Generation Y – das haben wir alle schon mal gehört. Aber gerade wegen der viele Vorurteile gehört Julia manchmal nicht gern dazu. […]

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