Studentenwohnheim

Personal: Meine Wohnung im Studentenwohnheim

Blogger leben total glamourös? Totaler Quatsch. Seit über 1,5 Jahren wohne ich nun mit meinem Freund in einer ca 35m² großen Wohnung im Studentenwohnheim und kann euch sagen. Glamourös ist etwas anderes. Trotzdem liebe ich unsere kleine Wohnung sehr – und möchte sie euch heute zeigen.


Personal: Meine Wohnung im Studentenwohnheim

Das liebe ich an unserer Wohnung:

Unsere Wohnung, das sind wir. Wir haben dieser Wohnung unseren persönlichen Touch gegeben (ich vermutlich ein wenig mehr als mein Freund, haha) und jedes Mal, wenn ich nach Hause in mein Zimmer/unser Schlafzimmer komme, dann fühle ich mich wohl. Das war beim besten Willen nicht immer so. Ich erinnere mich an die erste Zeit, in der ich sehr sporadisch mit einer Matratze auf dem Boden und dem großen Spiegel aus ebay Kleinanzeigen gelebt habe. Auch an den grässlichen Teppichboden und die roten Türen und Schränke musste ich mich definitiv erstmal gewöhnen.

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Es war trotzdem Liebe auf den ersten Blick

Also, so quasi. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht unbedingt wählerisch war. Ich wollte eine Wohnung, nahe am Campus, die ich mir leisten konnte. Et voila. Als mein Freund und ich die Wohnung besichtigten, kannten wir uns seit ungefähr 2 Monaten, also war das Ganze nicht unbedingt gut durchdacht. Wir haben sie besichtigt, fanden sie gut und haben sie genommen. So unspektakulär kann zusammen ziehen sein. Neben der unmittelbaren Nähe zum Campus mochten wir vor allem die großen Fenster mit Blick auf (zumindest ein bisschen) Natur, die Teppichböden und Schrankwände haben wir zu der Zeit geschickt ausgeblendet. Auch mit der kleinen Küche (kann man das Küche nennen?) haben wir uns irgendwie erangiert.

Vielleicht hätten wir trotzdem etwas wählerischer sein sollen. Aber als Student ist es nicht immer einfach, eine vernünftige Wohnung zu finden, also war es wohl einfach eine Bauchentscheidung. Und bereuht haben wir sie nicht.

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Einrichten & Dekorieren

Ich glaube, in der Zeit, die ich nun hier wohne, hat sich das Schlafzimmer (oder eben auch mein Zimmer) gefühlt 8592 Mal verändert. Das Bett steht immer anders, das Möbiliar wechselt, mal sind die Wände komplett leer und alles super minimalistisch, mal stopfe ich das Zimmer voll, mit Dingen, die ich eben liebe. Ich denke, mein Zimmer ist wie ich. Es verändert sich sehr gerne und schnell, es hat keine klare Linie, ist oftmals ziemlich chaotisch und nie mit sich zufrieden. Und das ist auch der Grund, wieso ich diese Wohnung liebe. Ich kann mich austoben, kann meinen Charakter zur Geltung bringen, kann meine inneren Veränderungen nach Außen tragen und mir mein eigenes Reich erschaffen.

So zufrieden wie im Moment war ich damit tatsächlich noch nie. Vielleicht habt ihr ja mitbekommen, dass ich nach der Konmari Methode ausgemistet habe (1,2) und mein Zimmer mit mehr Pflanzen & Bildern gefüllt habe. Ich lege mittlerweile Wert darauf, nur noch Dinge zu besitzen, die ich wirklich gerne um mich herum habe. Gerade all das Grün gibt mir einfach immer das Gefühl, daheim zu sein. Auch Kerzen & viele Kissen sorgen bei mir für den Gemütlichkeits-Faktor.

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Habe ich einen bestimmten Einrichtungsstil?

Ich glaube nicht. Was meinen Einrichtungsstil ausmacht ist glaube ich die Mischung. Ich versuche, neue, schlichte Elemente mit alten, außergewöhnlichen oder gebrauchten Gegenständen zu kombinieren, dabei eine gewisse Farbharmonie zu schaffen, aber auch nicht zu akurat zu sein. Oder so. Ein wesentlicher Bestandteil meines Zimmers ist wohl der große Holzspiegel, den ich auf ebay Kleinanzeigen erstanden habe, und den ich schön und hässlich zugleich finde. Auch die doppelte Kleiderstange von Rackbuddy fällt sofort ins Auge (sie ist eben wirklich rießig!). Ich liebe Mode und ich sehe gerne all die Kleidungsstücke, die ich so gerne trage.

Die außergewöhnlichsten Teile in der Wohnung?

Ganz vorne dran wäre wohl der rießige, pinke Glitzerdildo, den ich mir von einer Freundin für eine Studienarbeit geliehen habe (ja, tatsächlich!) und der seitdem mein Regal schmückt, weil ich ihn einfach so super witzig finde. Auch wenn ich mich – zugegeben – oftmals erklären muss, wenn ich Besuch bekomme. Des weiteren habe ich eine tolle Lampe auf einem Flohmarkt gekauft, die an sich sehr simpel ist. Schwarzer Ständer, weißer Lampenschirm. Allerdings hat die Vorbesitzerin Pferde aus schwarzem Tonpapier ausgeschnitten und diese drauf geklebt. Das finde ich so wunderschön und außergewöhnlich, dass ich diese Lampe vermutlich niemals entsorgen werde, auch wenn sie mittlerweile nicht mehr in Gebrauch ist.

Das hasse ich an unserer Wohnung:

Natürlich ist aber nicht alles immer super toll. Die Küche beispielsweise ist ein absolutes Desaster. Seht ihr beispielsweise das Bild oben, von mir und der Tasse? Das ist die Küche. Mehr gibt es nicht. Zwei Herdplatten, ein Mini-Kühlschrank zu zweit, ein kleines Waschbecken, kaum Arbeitsfläche. Von den Fließen und der Farbgestaltung will ich gar nicht erst anfangen. Auch der Teppichboden und die Schrankwände sind mir ziemlich verhasst. Wie soll man eine Wohnung schön einrichten, wenn man schon ein ekliges Dunkelgrün und grelles Rot als Farbvorgabe bekommt?

Zudem haben wir zwar eine kleine Terasse, wo wir uns eigentlich nie aufhalten, da sie nicht unbedingt gut versteckt ist und zudem super viele Studenten vorbei laufen. Entspannend ist für mich etwas anderes.

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Das Leben im Studentenwohnheim

Klar, Studentenwohnheime sind verschieden, und ich habe vermutlich das Glück, im hässlichsten überhaupt zu leben. Wie gesagt, gerade Teppichboden und Schrankwände machen mich wirklich fertig. Aber gut, schlimmer geht es immer und man versucht eben, das Beste aus der Situation zu machen. Und ich kann euch sagen, man kann aus beinahe jedem Loch noch etwas Gemütliches zaubern. Geholfen haben mir besonders die Poster von Posterlounge, die einen eigenen Charakter mit in das Zimmer bringen und sich auch sehr gut mit meinen Polaroids kombinieren lassen. Besonders schön finde ich es übrigens auch, Poster zu rahmen. Das sieht gleich ein bisschen edeler aus – nimmt aber natürlich etwas Platz weg, den ich leider nicht habe. Mal davon abgesehen könnt ihr auf der Website übrigens auch Gutscheine erwerben, schließlich kommt Weihnachten immer näher und über einen solchen Gutschein würden sich sicher einige freuen!

Das Klischee, dass es in Studentenwohnheimen immer sehr laut zugeht, trifft übrigens bedingt zu. Gerade im Wintersemester wird schon häufiger mal im Keller gefeiert (Kurze Info: „Wir wohnen direkt darüber und hören alles..) und natürlich beschränkt sich das Ganze nicht nur auf Zimmerlautstärke. Also wer sehr viel wert auf Ruhe legt, der sollte sich das mit dem Wohnheim wirklich zwei mal überlegen. Ansonsten ist es aber eigentlich ganz in Ordnung. Man ist direkt an der Hochschule, wir brauchen auch zum Einkaufscenter nicht wirklich lange und die Innenstadt ist in unmittelbarer Nähe. Also, wahrscheinlich jammere ich hier auf höchstem Niveau.

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Non, je ne regrette rien | Heimische Blattformen | Kuh Lotte

Es gibt wohl eben immer Vor- und Nachteile

.. nichts desto trotz bin ich eigentlich zufrieden. Klar, die Wohnung ist nicht perfekt, es gibt viele Dinge, die uns hin und wieder nerven, aber im Grunde hätte es uns ja wirklich schlimmer treffen können. Irgendwann werden wir mal einen geregelten Job haben und uns dann etwas besseres leisten können, doch gerade während des Studiums ist es hier eigentlich vollkommen okay.

Wie gefällt euch die Wohnung? Und wollt ihr öfter persönliche Beiträge lesen? Schreibt mir gerne eure Meinung!

In freundlicher Zusammenarbeit mit Posterlounge und Valentina Leokumovich (die alle Fotos gemacht hat – bis auf b/w).

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9 Comments

  • Reply
    Franzy
    27. November 2016 at 19:01

    Liebe Julia, ich finde deinen Beitrag wirklich toll! Und in so vielen Dingen sehe ich mich selber! Ich finde es total spannend so etwas zu lesen, da man einiges über dich als Person erfährt. Und ich finde es toll mal „aufzudecken“, dass wir Blogger auch nicht in einer riesigen alten Maisonettewohnung leben mit mind. Einem Ankleidezimmer :-D ich weiß noch selber als ich mit 18 ausgezogen bin nach Köln um zu studieren. Ich fande einfach jede Wohnung toll, ich meine ist ja auch die 1. eigene Wohnung! Ich habe von ranziger 3er WG, 1 Zimmer Wohnung, Wohnung mit richtig assozialen Vermieter schon alles durch und bin unfassbar froh endlich angekommen zu sein :-)) denn nur so kann ich meine jetzige Wohnung schätzen.<3

    Liebste Grüße aus Köln,

    ffranzy von http://www.fashionforffranzy.com

  • Reply
    Marlene // daseinealles.de
    27. November 2016 at 19:22

    Hallo Julia, ich finde deine/eure Wohnung sieht sehr charmant und gemütlich aus. Auch wenn vielleicht nicht alles perfekt ist, du hast auf jeden Fall was wunderbares daraus gemacht!
    Das mit dem ständig umstellen kenne ich zu gut! ? Es macht aber auch einfach Spaß einen Raum (oder sich selbst) immer wieder neu zu erfinden..
    Liebe Grüße
    Marlene

  • Reply
    Ralf
    27. November 2016 at 19:34

    Auf den Bildern ist alles so schön aufgeräumt Augenroll^^

  • Reply
    Anna
    27. November 2016 at 20:02

    Ich finde eure Wohnung superschön und unglaublich sympathisch! Bevor ich gelesen habe, dass du die Küche an deiner Wohnung überhaupt nicht magst, dachte ich: Oh, die Küche sieht aber sehr cool aus! :D Aber klar, ein bisschen mehr Raum ist zum Kochen natürlich immer gut ;)

  • Reply
    Laura
    27. November 2016 at 20:28

    Ich finde solche persönlichen Posts immer toll! Für mich geht es wohl Mitte nächsten Jahres in die erste gemeinsame Wohnung mit meinem Freund. In einem Studentenwohnheim kann ich mir nicht vorstellen zu wohnen :D
    Ich bin mit meinem Blog auf WordPress umgezogen und würde mich freuen, wenn du bei mir vorbei schaust und mir ein Feedback da lässt.
    Liebe Grüße,
    Laura von lauraskreativecke

  • Reply
    Jasmin
    27. November 2016 at 20:41

    Sehr interessanter Beitrag und tolle Fotos :) 35 qm sind echt verdammt klein! Ich bin ja gerade in meine erste eigene Wohnung gezogen und hab nicht ganz das doppelte zusammen mit meinem Freund (ca 60 qm) und zwar ist es nicht rießig (zwei meiner Freundinnen haben zu zweit 80 qm und eine andere hat das sogar allein wtf), aber zu meinem Kinderzimmer natürlich rießig :D weil das war glaub 15 qm oder so. Also hier hab ich jetzt echt viel Platz und weiß gar nicht was ich damit machen soll #luxus aber finde es toll, wie du das Beste aus deiner/eurer Wohnung herausholst und über das Studentenwohnheim erzählst. Ich bin kein Student und werde es auch nie sein (will lieber so arbeiten) und mich interessiert es immer total, wie die Studenten so leben, auch meine ganzen Studenten Freunde. Die werden komischerweise aber immer weniger, weil sie fertig mit studieren sind und jetzt auch „richtig arbeiten“ müssen :D mag deine Wohnung jedenfalls von den Fotos her echt gern! :)

    Liebe Grüße
    Jasmin

    P.S. Wie schon auf Facebook erwähnt habe ich heute auch einen Wohnungsbeitrag hochgeladen. Darin zeige ich mein Boho Schlafzimmer :)

  • Reply
    Tabea
    27. November 2016 at 21:03

    Haha, das Klischee mit der Hochglanz-Wohnung von Bloggern wird wohl nie sterben ;) Dabei haben wir es wohl einfach nur drauf, die hässlichen Ecken beim Fotografieren nicht mit abzulichten :D

    So eine provisiorische Phase hatte ich erst letztens, als ich von meiner ersten Wohnung in meiner Traumwohnung umgezogen bin – ca. 25m² und da lebte ich dann glücklich mit Matraze und Klapptisch OHNE LICHT UND SPIEGEL ;) Aber inzwischen sind alle Möbel im Haus, nur der Kleiderschrank wartet noch auf seinen Aufbau…

    Ein paar persönliche Dinge habe ich aber auch gern um mich herum – Fotos, Postkarten, Kalender. Etwas ist auch schon vorhanden, aber so richtig Zeit für das Aufhängen meiner Fotosammlung hatte ich noch nicht :(

    Große Fenster, „Natur“, mickrige Küche… als würdest du meine Wohnung beschreiben ;) Mir war nur wichtig, dass sie in der richtigen Stadt liegt, und das tut sie und die Fenster und das angenehm große Bad überzeugten dann auf Anhieb :) Doof nur, dass das Ganze doch teuerer ist als erwartet wegen der Elektroheizung…

    Die Freiheit, die man im eigenen Reich hat, schätze ich auch total. Pflanzen brauche ich auch dringend noch…

    Freut mich, dass du mit deiner Situation zufrieden bist :) Man kann eben nicht alles haben… muss man ja auch nicht ;)

    Liebe Grüße

  • Reply
    Bea
    27. November 2016 at 22:05

    Ich finds fasziniere d, wie ihr das zu 2. schafft auf dem engen Raum. meine erste Bude hatte 55m2 und 2 Zimmer und mir war es zu klein, als mein Freund dann auch immer da war plus den 7 Kaninchen damals :D
    Jetzt bin ich single, lebe in WG mit 6 Langohre auf 60m2.
    Meine erste Wohnung hatte ungefähr das als Bad, was bei euch die Küche ist. Winzdusche und rosa Fliesen und totale Dachschräge. Küche und Schlafzimmer waren auch eher ein Witz zum Kopfstoßen, dafür war das Wohnzimmer einfach 30m2 groß und der totale Ballsaal. Mit Schimmel und kaputter Heizung kam dann zuletzt die Krönung drauf und ich bin Hals über Kopf ausgezogen.

    Mit der neuen Bude wurde alles super :D wahrscheinlich wird auch eure nächste direkt 20 Klassen „besser“ ;) also mit weniger Kompromissen.
    Uch würd absolut irre werden in eurer Wohnung. Das liegt weniger an der Wohnung als an der Lage. Studentenwohnheim ginge für mich 0. Hab ekn paar von innen gesehen und nööööö….

  • Reply
    Dorie
    28. November 2016 at 15:59

    Sehr interessante Einblicke. Während ich dein Schlafzimmer eigentlich sehr gemütlich finde, würde mich diese Küche richtig rasend machen. Niemals könnte ich mit 2 Herdplatten leben :D
    Aber das ist wahrscheinlich auch Geschmackssache.
    Also ich finde solche Berichte immer spannend :)
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

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