blogger-szene 2017

Das wünsche ich mir für die Blogger-Szene 2017

Jahr für Jahr ändert sich die Blogger-Szene, es kommen neue Aspekte, Trends und Einstellungen dazu. Manches daran finde ich sehr vorblich, anderes gefällt mir nicht ganz so gut. Ich habe mir also Gedanken gemacht, was ich mir für die Blogger-Szene 2017 wünsche und möchte diese Gedanken nun mit euch teilen.


Das wünsche ich mir für die Blogger-Szene 2017

01. Keine halbherzigen Blogposts mehr

Es gibt so viele Blogs, da sollte man doch denken, dass es auch ganz vielen, unterschiedlichen Content gibt. In gewisser Weise ist das auch so, doch auf vielen Blogs lese ich immer das selbe. Wenn ein neuer Trend auftaucht schreibt jeder darüber, wieso eben dieser Trend plötzlich das Non-Plus-Ultra ist und gerade zu Weihnachten gibt es überall Gift-Guides, die sich nicht nur sehr ähneln, sondern teilweise auch nicht liebevoll gemacht, sondern eher dahin gerotzt sind. Kauf dies, kauf das.

Für die Blogger-Szene 2017 wünsche ich mir, dass nicht stupide ein Blogpost herunter getippt wird, um schnellst möglich neuen Content zu liefern. Stattdessen interessiere ich mich für Gefühle, Gedanken, Hintergründe. Etwas wo man merkt, dasss dahinter ein Individuum steckt.

02. Weniger Klick-Geilheit und falsche Freundlichkeit

Kennt ihr die erste Folge der dritten Staffel Black Mirror? Dort wird das Phänomen nämlich recht gut dargestellt. Man ist zucker-zuckersüß zu anderen Bloggern, schmiert ihnen Honig ums Maul, nur um ein Kommentar oder ein Like von ihnen zu erhalten. NEIN DANKE. Lieber weniger Klicks, als meine Seele durch Heuchlerei zu verkaufen. All die Kosenamen wie „Süße“ oder „Liebes“ habe ich früher selbst verwendet – und dabei sind sie so unnötig und spiegeln absolut nicht meine Person wieder. Wenn man zu einem Blogpost nichts zu sagen hat, dann sollte man es vielleicht manchmal einfach lassen, anstatt aus Marketing-Aspekten ein „toller Post Süße“ darunter zu klatschen.

03. Etwas mehr Verantwortung, bittesehr!

Ich weiß, vor einer Weile habe ich selbst nicht darauf geachtet, dafür ist es mir heute wichtiger denn je. Denn unsere Posts hier hinterlassen Spuren, man weiß nie, wer es liest und wie er sich dadurch beeinflussen lässt. Anstatt dauernd zu irgendwelchen Käufen anzuregen und Firmen zu supporten, die weder nachhaltig, fair noch vegan produzieren könnten wir vielleicht mal ein bisschen Verantwortung übernehmen. Es gibt wichtigeres als Konsum, Styling, den perfekten Body und ein wunderschönes Augen Make-Up.

Bevor ich tot gehatet werde: Natürlich bedeutet das nicht, dass man plötzlich keine Fashion oder Beauty Posts mehr machen sollte. Natürlich nicht. Aber welches Bild vermittelt es unseren Lesern, wenn wir auf unserem Blog jede Woche neue Produkte vorstellen? Allgemein finde ich es einfach wichtig, sich zu fragen: Was will ich meinen Lesern mitteilen? Bin ich ein Vorbild oder schade ich vielleicht sogar Jemandem mit dem Content, den ich verbreite?

04. Keine unpassenden Kooperationen mehr

Ich weiß, ich weiß. Irgendwie muss man sich sein Geld verdienen – und das funktioniert nunmal durch Kooperationen recht gut. Aber manche Bloggern nehmen einfach alles an und bemühen sich dann nicht ein mal, es gut zu verpacken. Schnell ein paar Bilder und eine kurze Review posten – fertig. Schon wieder 200€ verdient. Und das obwohl man teilweise nicht mal richtig hinter den Produkten steht.

Natürlich tut es weh, eine gut vergütete Kooperation abzusagen, aber sollte es uns nicht wichtiger sein, was wir unseren Lesern da vermitteln? Ich möchte zumindest nicht, dass ihr ein Produkt auf meine Empfehlung hin kauft, wenn ich es nicht wirklich gut finde oder die Qualität überhaupt nicht beurteilen kann.

05. Weniger Gewichtung der Social Media Accounts

Was sagen meine Instagram Follower über die Qualität meines Blogs aus? Meistens herzlich wenig. Manchmal hat man einfach nur die richtigen Hashtags gesetzt oder postet Fotos, die gerade gut ankommen. Das alles sagt aber nichts darüber aus, wie gut mein Blog ist. Mal davon abgesehen, dass wohl die wenigsten Instagram Follower auch den Blog lesen, denn Instagram wird viel schneller konsumiert.

Ich würde mir von der Blogger-Szene 2017 wirklich wünschen, dass wieder darauf geachtet wird, wie gut recherchiert oder ausgebaut ein Blogpost ist. Stimmt die Rechtschreibung, ist die Message gut, kommt der Charakter des Bloggers auch zum Vorschein? Denn für Blogs lege ich darauf viel mehr Wert als auf eine Follower-Anzahl auf Twitter und Co.

Was wünscht ihr euch für die Blogger-Szene 2017? Schreibt es mir :)

picture via unsplash

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14 Comments

  • Reply
    Sarah
    13. Januar 2017 at 16:43

    Ein schöner Post! Und ich stimme dir in allen Punkten total zu. Erst einmal kann ich dieses ganze Süße und meine Liebe gehabe auch überhaupt nicht ab, weil es einfach komisch rüberkommt, wenn ich diese Person noch nicht einmal persönlich kenne. Außerdem bin ich selbst auch nicht der Typ, der so etwas schreib, um sich bei anderen einzuschleimen.
    Ich hoffe übrigens auch, dass allgemein in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit auf die Blogs und weniger auf Social Media gelegt wird. Das sind ja alles nur Plattformen, über die wir letztendlich gar nicht selbst bestimmen können.
    Liebe Grüße
    Sarah

  • Reply
    Claire
    13. Januar 2017 at 17:41

    Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich ernstzunehmende Wünsche habe. Ich würde mir wünschen, dass mehr ein Miteinander gibt und mehr in den Dialog gegangen wird (untereinander und auch mit den Lesern). Mehr Kooperation UNTEREINANDER.

    Aber wenn ich davon ausgehen, dass Bloggen heutzutage nun halt mal nicht nur Hobby, sondern bei einigen eben auch Lebensunterhalt-Verdienen ist… sicherlich, irgendwann werden auch Blogger wieder näher zusammenrücken. In der Wirtschaft gibt es ja auch Interessenverbände, Austausch, Kooperationen usw. Aber das gab es dort auch nicht „schon immer“, sondern es wurde irgendwann notwendig. Und genauso wird das auch irgendwann in diesem neuen Wirtschaftszweig notwendig werden. Wird nur noch ein bisschen dauern.

    Aber vielleicht können die Hobbyisten näher zusammen rücken. Denen tuts ja nicht weh, da brauchts keine Ellenbogen.

    Tja und Dialog zu den Lesern. Ich wünschte Blogs wären mehr wie Foren. Jetzt ists doch so: man kommentiert einen Beitrag (wenn überhaupt) und der Autor antwortet. Das ist lieb. Aber ein richtiger Dialog entsteht nicht, weil man als Leser viel zu schnell überrollt wird von neuem Content. In Foren war früher alles etwas langsamer, man konnte sich mehr Zeit nehmen über ein Thema zu miteinander zu reden.

    Vielleicht entwickelt mal jemand eine Idee, wie Blogs weniger zu Einbahnstraße werden, sondern mehr den Dialog fördern. Ich fänds schön. Allerdings entsteht ein Dialog auch nur, wenn es etwas zu reden gibt. Und solange die Autoren schön vorsichtig sind um ja niemandem auf die Füße zu treten und damit auch keine (echt?) Meinung präsentieren (man könnte ja Kunden verlieren? Shitstorm? Whatever), wird auch kein Dialog entstehen. Nur ein „Da hast du recht Süße“ ist mir persönlich viel zu fad und auch zu einfach.

    Öh ja, das sind dann mal meine Wunschträume :D

  • Reply
    Wie viel Einfluß & Schnorrerei steckt hinter einem Influencer? | loveforyu
    13. Januar 2017 at 19:17

    […] der mich nicht nur zum Nachdenken sondern auch zum Schreiben gebracht hat. Sie schreibt darüber, was sie sich von uns Bloggern für das Jahr 2017 wünscht […]

  • Reply
    Tabea
    13. Januar 2017 at 20:20

    Dass sich die Blogger-Szene wandelt, ist mir inzwischen auch aufgefallen… Als ich 2011 erstmalig Blogs las, waren die irgendwie noch deutlich weniger schick und durchgepalnt ;)

    Ein klein wenig nerven mich die Trend-Wellen auch… aber vermeiden lässt sich das wohl nicht. Trotzdem hoffe ich mit dir, dass wir mehr bewegende Blogposts zu lesen bekommen – und bin da zuversichtlich! Man muss bestimmt nur den richtigen Blogs folgen :)

    Auch bei der Klickgeilheit stimme ich dir 100%ig zu. Bei solchen lieblosen Kommentaren überlege ich jedes Mal, ob ich nicht das ganze Kommentar in den Papierkorb schieben sollte, weil es keinen Mehrwert bietet. Mensch – ich blogge, um die zu begeistern, die sich für meine Gedanken interessieren, nicht, um die ganze Welt zu erreichen und berühmt zu werden!

    Danke, dass du die Vorbildfunktion noch mal hervorhebst! Ich versuche auch, das Bewusstsein für wichtige Themen ab und zu in einem Blogpost zu schärfen – beispielsweise indem ich Organspende und Arzneimittelkonsum als Themen letztes Jahr aufgegriffen habe. So in dieser Richtung möchte ich also natürlich auch 2017 weiter machen :)

    Zu den Kooperationen kann ich nur sagen, dass sie mich inzwischen auf vielen Blogs nerven, weil sie einfach kaum innovativ sind und nicht so interessant wie die anderen Posts. Ein Glück, dass mein Blog eh nicht im Auge der Unternehmen interessant ist ;)

    Social Media vernachläsige ich ja schon immer – und bei vielen Bloggern nervt mich, dass ich ohne Facebook und Instagram immer etwas ausgeschlossen werde. Nur Twitter – das mag ich & möchte ich auch dieses Jahr ein wenig pflegen. Ein Social Media Acoount ist aber auch echt genug für mich ;)

    Also ich wünsche mir weniger Hochglanz-Leben und mehr Alltag ;)

    Liebe Grüße

  • Reply
    Rina
    13. Januar 2017 at 23:56

    Gefällt mir sehr, dein Beitrag! Ich stimme dir auch in allen Punkten zu. Für mich ist der wichtigste Punkt als Blogger seine Authenizität und damit seine Persönlichkeit zu bewahren. Jede Faser meines Blogs soll auch ein Stückchen von mir enthalten. Das ist mir sehr wichtig.

    Liebe Grüße, Rina von https://darlingrina.com/2017/01/01/jeans-tuell-and-rock-n-roll/

  • Reply
    Ludwig
    14. Januar 2017 at 12:09

    Es gibt sie noch. Die Blogs die genau das tun was du dir wünschst. Auch ich habe früher Content hingerotzt. Für dieses Jahr habe ich mir mehr Recherche vorgenommen. Produktvorstellungen oder Kooperationen mit Firmen gibt es bei mir gar nicht mehr. Bis auf die in der Sidebar. Ein „Kooperationslink“ verschwindet erst im Herbst, die anderen bleiben. Damit verdiene ich meine hostingkosten. Bezahlte Blogbeiträge wird es bei mir aber nicht mehr geben.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass vor allem in den Gruppen in den sozialen Medien immer das gleiche berichtet wird. Ich steche mit meinem Blog da irgendwie heraus. Auch wenn ich dadurch wohl sehr wenige Leser habe, macht mich das irgendwie trotzdem stolz.

    Danke für deinen Beitrag. Er ist einfach 100% wahr. Seit dem bekannt wurde, dass mit Blogs Geld zu verdienen ist, macht es wirklich jeder, umso einseitiger sind die Inhalte geworden.

  • Reply
    Andrea
    14. Januar 2017 at 16:02

    Sehr guter Beitrag! Vor allem bei den Sozialen Medien stimme ich dir zu! Jetzt nennt man manche ja schon Instagram Stars..tja was machen die dann nur wenn Instagram mal dicht macht?! Ich hätte da zu viel Angst von so etwas zu leben wenn die Seite nicht mir gehört wie z.B. ein Blog.

  • Reply
    Ines Meyrose
    14. Januar 2017 at 20:21

    Das meiste habe ich bereits 2016 so gehandhabt. Allerdings werde ich 2017 eher mal einen Beitrag ausfallen lassen, bevor ich einen halbherzige schreibe. Bekloppterweise bekamen halbherzige Artikel in der Vergangenheit allerdings mehr und mehr positive Resonanz als welche mit viel Herzblut. Das werde ich nie ganz verstehen.
    LG Ines

  • Reply
    Marie
    14. Januar 2017 at 21:19

    Das sind wirklich viele Punkte, die ich mir auch wünschen würde…
    Besonders wäre mir das mit Instagram! Es ist schade, dass die Qualität an ein paar Bildreihe gemessen wird – dabei steckt die wirkliche Arbeit doch erst im Blog!

  • Reply
    Gianna Maria
    15. Januar 2017 at 12:57

    Ich stimme Dir in allen Punkten vollkommen zu. Wunderbar geschrieben! Ich bin froh, dass es mal jemand so auf den Punkt bringt. Ich wünsche mir in Blogs mehr Individuum. Das fehlt bei einigen ganz deutlich. Das merke ich besonders, wenn die Artikel nur halbherzig verfasst sind. Und ich mag es außerdem nicht sonderlich, wenn viele Blogger immer das selbe bloggen. Leider wird diesen Bloggern, die „immer mit dem Trend gehen“, meistens auch eine riesige Popularität zugeschrieben, anstatt sich auch mit anderen Bloggern zu beschäftigen, die tiefgründiger sind. Und die Ehrlichkeit ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt. Ich kann jene Kommentare nicht leiden, die nicht ernst gemeint sind.

    Liebe Grüße,
    Gianna Maria!
    von oohcharlottecouture.com

  • Reply
    Tina
    17. Januar 2017 at 10:22

    Hallo Julia, ich kann dir da nir recht geben. In der Vielzahl der Blogs, die da draußen sind, erlebe ich täglich Clickbait-Überschriften oder Blogbeiträge, die scheinbar aus dem Fließband kommen.
    Man denkt nicht mehr an den Leser, sondern scheinbar nur noch, wie man bei Google gefunden wird.
    Aber es gibt sie noch, die fast ausgestorbene Spezie: „Besondere Blogs“.
    In meiner Wochenschau #SocialWebNews veröffentliche ich jeden Freitag vor allem wertvolle Perlen.. ;-)
    P.S. Dein Beitrag muss der Welt ebenfalls gezeigt werden. Gutes darf man eben nicht für sich behalten…
    LG Tina

  • Reply
    Lisa
    18. Januar 2017 at 23:31

    Hallo Liebes (Sorry, ich konnte es nicht lassen :D)
    Ich meinte natürlich: Hallo Julia!

    Besonders bei Punkt 2 finde ich es toll, dass du es angesprochen hast. Ich bekomme seit Wochen von einer Bloggerin ständig ein und dasselbe Kommentar unter jedem Post gepostet: „Großartiger Beitrag + URL“ oder „Danke für diesen tollen Beitrag + URL“ – da komme ich mir teilweise verarscht vor, vor allem, wenn es unter Personal Posts steht und mich nervt das total, weil ich merke, dass besagte Bloggerin meinen Blog als einen Raum sieht, wo sie Eigenwerbung machen kann. Finde ich total respektlos. Aber ich löse die Sache immer so, dass ich ihre Kommentare td freischalte, aber die URLS immer rauslösche. Ich hab echt nix gegen Links. Im Gegenteil: Darf jeder bei mir posten, weil ich es selbst auch mache. Nur möchte ich dann auch gerne einen ordentlichen Kommentar dafür haben und nicht nur sowas dahingerotztes, das deutlich zeigt, dass die Person nur Klicks durch mich generieren will!

    Und du hast Recht: Social Media sagt rein gar nix über gute Blogs und den Content aus. Ich finde es auch immer ein bisschen schade, dass Content durch Zahlen untergeht.

    Ein wirklich guter Beitrag :)

    Liebste Grüße
    Lisa
    http://www.mycafeaulait.at

  • Reply
    Sonnenuntergänge Januar - Habutschu!
    31. Januar 2017 at 7:15

    […] die Bloggerwelt sprach Julia Wünsche aus, während das Blogprojekt 5 Experten eine Prognose für 2017 machen und das letzte Jahr […]

  • Reply
    Laurel Koeniger
    20. Februar 2017 at 12:16

    Hey Julia,
    Ich bin völlig deiner Meinung! Es gibt eben Blogs wie Sand am Meer, da ist es nicht immer einfach, sich den qualitativ hochwertigen Content rauszufiltern. Ich schreibe bei mir über faire Mode und einen nachhaltigen Lebensstil. Obwohl ich lieber mehr der Fashion Blogger wäre, geht das in dem Bereich einfach total schwierig. Ich kaufe ja fast nichts mehr ein. Also wende ich mich lieber der Nachhaltigkeit zu, und versuche, da Tipps zu geben. Wieviel Arbeit ein gut recherchierter Artikel ist, weiß ich! Und wenn man wenig Zeit hat, wird zwischendurch halt mal etwas Kleineres vorgestellt, wie neue Musik oder so. Ich finde, man muss sich nicht selbst du einem Investigativ-Journal hocharbeiten. Es ist ja immer noch ein persönlicher Blog, wo ich auch mal meine Lieblingsplaylist teilen, oder einfach etwas daherschwafeln darf. :D

    Liebe Grüße,
    Laurel

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