Feminismus

Was du konkret für den Feminismus tun kannst!

Spätestens am Weltfrauentag hat man mal wieder gemerkt, dass das mit dem Feminismus gar nicht so einfach ist. Viele Frimen haben beispielsweise versucht, etwas zu diesem Tag beizutragen und sind dabei in eine so sexistische und antifeministische Richtung abgedriftet, dass der Sinn und Zweck des Tages absolut nicht erfüllt wurde. Ich finde, dass es sehr schwer ist, sich in diesem Fall klar zu positionieren, ohne in ein Klischee zu verfallen und habe mir deswegen überlegt, was man konkret für den Feminismus tun kann.


Was du konkret für den Feminismus tun kannst

01. Den Begriff erklären

Viele Menschen sind immer noch der Ansicht, dass sich Feminismus ausschießlich mit den Frauenrechten befassen und dementsprechend auch die Männer vernachlässigen würde. Was aber eigentlich totaler Quatsch ist. Hier die Definition laut Wikipedia:

Feminismus bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt.

Entscheidend finde ich hier vor allem das Wort „Gleichberechtigung„. Wenn also Jemand mal wieder mit dem klassischen Argument kommt, dass es ja auch keine „Männerparkplätze“ geben würde, dann kann man durchaus erwähnen, wie Feminismus richtig definiert wird und es nicht darum geht, Frauen in eine höhere Position als Männer zu stellen.

02. Schluss mit Gender Spezifizierung!

Ein großes Problem der Gleichberechtigung ist immer noch, dass man anhand seines Geschlechts schnell in eine Schublade gesteckt wird. In manchen Dingen lässt, kann oder will man dies auch nicht unbedingt verhindern, aber es gibt viele Sätze, die regelmäßig gebraucht werden, und von denen man sich recht leicht distanzieren kann.

Wenn ein Kumpel von euch beispielsweise keinen Bock auf irgendwas hat, dann könnte man Sprüche wie „Sei doch keine Pussy“ oder „Lass dir mal ein paar Eier wachsen“ vielleicht einfach mal vermeiden. Oder man reagiert mit Ironie oder Sarkasmus auf Aussagen, die besagen, dass man ja so „typisch Frau“ wäre oder „wirft wie ein Mädchen„. Jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so. Ich für meinen Teil sehe keine Notwendigkeit darin, Eigenschaften immer bestimmten Geschlechtern zuzuweisen.

03. Setze ein Statement!

Und damit meine ich nicht unbedingt, sich die Achselhaare wachsen zu lassen oder keinen BH mehr zu tragen. Ich habe beispielsweise angefangen, recht offen über das Thema Menstruation zu reden, da ich es bescheuert finde, dass es immer noch so tabuisiert wird. Bei Julia & Anna von subvoyage bin ich auch auf einen interessanten Artikel gestoßen, in dem sie auf einen Shop hinweisen, der unter Anderem T-Shirts mit dem Aufdruck „period“ vertreibt und einen Teil der Einnahmen zudem noch spendet. Mensch, ich will unbedingt dieses Shirt haben!

Natürlich gibt es da keinen idealen Weg. Überlegt doch einfach mal, was euch stört und versucht, ein Statement dagegen zu setzen. Sei es eine Kurzhaarfrisur, eine optische Veränderung oder ein Thema, das euch am Herzen liegt.

04. Sei du selbst und lass dich nicht in eine Rolle zwängen!

Gerade wenn man sich selbst als Feministin bezeichnet, bietet man anderen eine große Angriffsfläche, da einfach alles auf die Goldwaage gelegt wird. Schminkst du dich nicht und scheißt auf die momentanen Schönheitsideale, dann bist du plötzlich „Hardcore Feminist„, wenn du aber trotzdem noch gerne Make-Up trägst und dich hübsch machst, dann bist du heuchlerisch. Dabei ist das einfach nur bescheuert. Es geht beim Feminismus doch eigentlich darum, dass Frauen sie selbst sein sollten und dabei nicht sofort in eine Sexismus-Schublade gesteckt werden.

Nehmen wir als Beispiel doch einfach mal das Video „Hengstin“ von Jennifer Rostock. Das Video erreichte auf Youtube mehr Daumen nach unten als nach oben und die Reaktionen in den Kommentaren waren einfach nur abstoßend. Denn auch wenn der Song inhaltlich wirklich super ist, geht es hauptsächlich darum, wie viel die liebe Jennifer darin an hat – beziehungsweise wie wenig. Genau das ist ein gutes Beispiel dafür, wieso wir Feminismus heute immer noch brauchen, denn das Aussehen einer Frau sollte nicht über die Qualität ihrer Aussagen gestellt werden.

Ich glaube nicht daran, dass mein Geschlecht das schwache ist
ich glaube nicht, dass mein Körper meine Waffe ist
ich glaube nicht, dass mein Körper deine Sache ist

05. Männer-Hass ist total bescheuert!

Viele sehen Feministinnen immer noch als die absoluten Männer Hasser, die alles verabscheuen, was das andere Geschlecht von sich gibt. Dabei ist das meiner Meinung nach auch absolut der falsche Weg, um Feminismus zu propagieren. Ich frage mich, wann es endlich soweit ist, dass man den Mensch als Individuum und nicht als sein Geschlecht, seine Religion und sein Aussehen definiert.

Also:

Wenn du weinen willst, dann weine. Wenn du dich schminken willst, dann schminke dich. Wenn du emotional bist, dann sei emotional. Lass dich von einer Definition wie männlich, weiblich, weiß, schwarz, groß, klein, dick oder dünn nicht in Ketten legen sondern sei du selbst und habe den Mut, auch mal etwas entgegen der alltäglichen Konvention zu tun. Lass dir kein Label verpassen und sei der Mensch, der du sein willst. Denn Menschen sind wir alle, egal welches Etikett uns verpasst werden soll.

Was meint ihr: Braucht es Feminismus noch heute?

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3 Comments

  • Reply
    Lexa
    11. März 2017 at 19:03

    Und wie es den Feminismus noch braucht. Wir haben noch lange keine tatsächliche Gleichberechtigung. In Deutschland nicht und im Rest der Welt auch nicht.
    Das größte Problem des Feminismus sind wirklich die ganzen Vorurteile. Wenn mehr Menschen dem Begriff offen gegenüber stehen würden, würden auch mehr verstehen, wie gut es unser Gesellschaft tun würde, wenn es mehr Gleichberechtigung gäbe.
    LG Lexa

  • Reply
    Patty
    12. März 2017 at 16:28

    Ein wirklich toller Beitrag. Ich finde es immer wichtig sich nicht in eine Schublade stecken zu lassen :)

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
    Measlychocolate now also on Facebook

  • Reply
    Linkliebe № 3 - LexasLeben
    31. März 2017 at 8:10

    […] Was du konkret für den Feminismus tun kannst! […]

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