1 Jahr Vegan

1 Jahr Vegan – Meine Erfahrungen

Ich bin jetzt seit über einem Jahr Veganerin. Dabei hat sich nicht nur mein Essverhalten, sondern auch meine allgemeine Weltansicht und auch meine Meinung über manche Menschen geändert. Inwiefern? Das möchte ich heute gerne mit euch teilen und bin gespannt, was ihr davon haltet.


1 Jahr Vegan – Meine Erfahrungen

01. Ist vegane Ernährung wirklich so viel teurer?

Jein. Es kommt immer ganz auf die Präferenzen und die allgemeine Ernährung an. Man kann auch als „Fleischesser“ viele teure und hochwertige Produkte kaufen, oder sich – Studenten Style – grundsätzlich mit günstigen Eigenmarken eindecken. Als Veganer isst man prinzipiell mehr Gemüse und Obst, würde ich mal behaupten. Aber auch hier gibt es gewaltige Unterschiede. Tiefkühlgemüse ist beispielweise oft recht günstig, während man schon etwas mehr zahlt, wenn man es frisch kauft.

Außerdem muss man bedenken, dass es Geld spart, tierische Produkte wegzulassen. Milch, Eier, Käse, Wurst, Fleisch, diverse Fertiggerichte – all das wird von der Einkaufsliste gestrichen und macht definitiv einen Unterschied im Geldbeutel. Natürlich könnt ihr euch dafür mit Ersatzprodukten eindecken, die oftmals nicht besonders gut sind oder ein Vermögen kosten, aber ein Muss ist das nicht.

Fazit: Mit guter Planung ist vegane Ernährung nicht teurer, doch wenn man wert auf qualitatives, frisches Obst und Gemüse legt, dann kann es durchaus sein, dass das Essensbudget etwas ansteigt.

02. Ist vegane Ernährung denn wirklich gesund?

Auch hier wieder: Jein! Man kann sich als Veganer gesund, aber auch super ungesund ernähren, aber das ist immer so. Besonders gern mag ich es ja, wenn Leute, die sich permanent Fertigpizza und Co reinziehen, fragen, ob ich denn genug Nährstoffe bekomme. Well, bekommt ihr denn genug Nährstoffe?

Ich muss natürlich dazu sagen, dass ich kein Arzt bin. Ich habe mir aber sehr viele Studien und Dokumentationen angesehen, die mich zu dem Entschluss bringen, dass vegane Ernährung gesund ist, wenn man es richtig macht. Hier muss jeder für sich entscheiden, welchen Studien er glauben schenken möchte. Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass ich mich fitter fühle, seitdem ich mich vegan ernähre. Empfohlen wird übrigens eine B12 Supplementierung.

Fazit: Wenn man es richtig macht, dann ist vegane Ernährung super gesund – es gibt genügend Beispiele dafür. Aber man muss sich natürlich informieren, wie bei einer tierisch basierten Ernährung eben auch.

1 Jahr Vegan

03. Und wie ist das dann mit Fair Fashion oder Zero Waste?

Wer A sagt muss auch B sagen. Ich finde, dass man nicht drum herum kommt, sich auch mit der Modeindustrie, Müll, oder anderen Umweltthemen auseinander zu setzen. Allerdings denke ich auch, dass es schon hilft, wenn jeder einen Teil beiträgt. Wenn man um gängige Modeketten einen Bogen macht, es dafür aber nicht schafft, auf tierische Produkte zu verzichten – okay. Jeder sollte das tun, was er kann. Wobei es irgendwie schon irrational ist, sich vegan zu ernähren, dann aber weiterhin Schuhe aus Leder zu kaufen.

Fazit: Wirklich konsequent ist man nur, wenn man sich auch mit diesen Themen auseinander setzt. Allerdings muss das jeder für sich wissen.

04. Wie ist der Umgang mit „Fleischfressern“?

Mir ist aufgefallen, dass die Frage „Wieso bist du denn vegan?“ oftmals nicht wirklich aus Interese gestellt wird und oftmals nur als Einstieg gilt, um sich selbst zu rechtfertigen oder ein besseres Gefühl zu geben. Oftmals wird man als Veganer in eine Ecke gedrängt. Man bekommt super viele Gründe zu hören, wieso man nicht auf Käse verzichten kann, aber darf darauf nicht wirklich etwas erwiedern, weil Niemand damit konfrontiert werden möchte. Das ist irgendwie unfair. Zudem wird einem oft eine militante Ansicht unterstellt, obwohl man nur seine Gründe nennen möchte, nach denen man ja eigentlich explizit gefragt worden ist.

Außerdem wird man sehr schnell in eine Ecke gedrängt und auf seine Ernährung reduziert, was mich zugegebener Maßen etwas nervt.

Fazit: Natürlich ist jeder Mensch anders. Manche reagieren gut auf meine Ernährungsweise, andere nicht. So ist das eben. Man muss sich auf jeden Fall ein dickes Fell zulegen, denn viele machen es sich zur Aufgabe, einen auf die Palme zu bringen.

05. Ist man nur ein Veganer, wenn man zu 100% konsequent ist?

Da ist jeder anderer Meinung. Ich finde, dass ich Veganerin bin, auch wenn ich Ausnahmen mache. Ich tue mein bestes, um meine Ernährung komplett pflanzenbasiert zu halten, verurteile mich aber auch nicht, wenn ich dann doch mal eine Käsebreze esse. Witzig finde ich nur, dass „Fleischfresser“ oftmals negativer aus Inkonsequent reagieren, als Veganer oder Vegetarier.

Fazit: Ich denke, dass das jeder für sich entscheiden muss. Wieder: Jeder sollte das tun, was er tun kann.

Stimmt ihr mir zu oder seht ihr manche Punkte anders? Lasst mich gerne eure Meinung wissen, ich bin gespannt!

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2 Comments

  • Reply
    Tabea
    27. Juli 2017 at 20:34

    Deine Erfahrungen kann ich alle gut nachvollziehen – in abgeschwächter Form erlebt man das ja als Vegatrier schon, wenn man Wert auf Umweltschutz legt. Genau wie du bin ich der Meinung, dass jeder Schritt zählt… und daher sind auch Ausnahmen besser, als es gar nicht zu versuchen!

    Diskussionen über Ernährungsformen sind aber echt immer ein schwieriges Thema… egal, wie man sich ernährt (es sei denn, es ist Fast Food omnivore… das scheint aus „Zeitgründen“ und Bequemlichkeit akzeptiert zu sein).

    Aber Mode und generell Nachhaltigkeit sind für mich ebenso wie Ernährung und Mobilität ein zusammenhängendes Feld… wenn man über eine Sache nachdenkt, landet man automatisch beim Rest.

    Liebe Grüße

  • Reply
    Anne
    30. Juli 2017 at 5:31

    Guten Morgen,

    Mh, ich schließe mich dem an – kleine Schritte sind besser als gar nichts. Und dass wirklich jeder 100%ig vegan, nachhaltig und fair leben würde / könnte / wollte, ist halt einfach eine Illusion.
    Aber es gibt so viele kleine Stellschrauben, an denen sich etwas ändern lässt, ohne gleich sein ganzes Leben umzukrempeln, dass die Hemmschwelle da einfach niedriger ist. Sei es, sich vegan zu ernähren, sich im Umweltschutz zu engagieren, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und zu reduzieren, oder meinetwegen halt auch weiterhin Fleisch zu essen, aber eben auf Qualität und regionale Produkte zu achten.Das Thema hat so viele Facetten!
    Und wenn man etwas auch nur zu 80% macht und ab und an halt doch mal eine Ausnahme macht – wayne. Besser als gar nichts!

    Puh, ja, die leidigen Diskussionen über Ernährung… auch als Vegetarier wird man damit ja immer wieder konfrontiert. Genau, wie du beschrieben hast – oft ist das Gegenüber gar nicht wirklich an meinen Beweggründen interessiert, sondern will sich eigentlich nur selber rechtfertigen oder profilieren. Hach ja… dabei spreche ich meine Ernährungsform nie von mir aus an, sondern es landet halt einfach kein Fleisch auf meinem Teller. Anstößig genug für viele.

    Liebe Grüße
    Anne

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